Kräuterwanderung auf dem „Müllerweg“

Unser Treffpunkt zu dieser neuen Wanderstrecke war das ehemalige Postgebäude in Hungen. Dort war in früheren Zeiten eine Mühle an der Horloff, und dem Lauf der Horloff folgten wir auch zunächst Richtung Villingen, entlang der Gärten, dann über einen Ackerweg in den Wald und von dort aus weiter auf dem Damm, der den „Engelshäuser See“ einst begrenzte.

Weil wir aus bekannten Gründen in diesen Tagen nicht gemeinsam kochen können, hatten wir entschieden, auf andere Weise ins praktische Tun zu kommen. Also sammelten wir gemeinsam die Zutaten für einen Tee, der bei sommerlichen Erkältungen hilft (Lindenblüte, Schafgarbe, Braunelle, Mädesüß), Kräuter für ein Würzsalz (Beifuß, Wegerich, Gierschblüte, Samen von Brennnesseln bzw. Sauerampfer), ein paar Johanniskrautblüten für Rotöl bzw. alkoholischen Auszug und Spitzwegerich, um ihn für Husten in Honig einzulegen.

Mit den gesammelten Schätzen kehrten wir in Anas Garten ein, wo alles noch einmal sortiert und erklärt wurde, so dass alle Teilnehmenden zufrieden nach Hause gingen.

Wir haben ziemlich überzogen, was die Dauer der Veranstaltung angeht. Gut, dass es niemand gestört hat. Aber das nächste Mal, bei den Frauenkräutern, sollten wir besser eine halbe Stunde mehr einplanen… mindestens!

Apothekenwanderung – Juni 2020


Trotz des schwülen Wetters kamen viele Interessierte auf dem Hof des
Bürgerhauses in Steinheim (Hungen) zusammen. Bei gut 30
Teilnehmerinnen und Teilnehmern beschlossen Ana Farago-Macht, Renate Hecht und Nicole Anhäuser spontan, zwei Gruppen zu bilden, damit beim Besprechen der Pflanzen der erforderliche Abstand eingehalten werden konnte.

Allen wurde bei der Anmeldung ein liebevoll gepacktes Apothekentäschchen überreicht mit Schreibzeug und Johanniskraut-Salbe, von Nicole Anhäuser selbst gerührt. Eine Gruppe nahm den Weg durch den Wald, während die anderen an Feldrainen vorbei die Streuobstwiesen auf dem „Kaltenrain“ ansteuerten. Linde, Baldrian, Kamille, Klette, Brennnessel und natürlich das prachtvoll blühende Johanniskraut säumten den Weg.

Am Ende trafen sich alle Kräuterbegeisterten im Schatten der kleinen Birkengruppe oben auf dem Hügel, genossen den Wind, die Aussicht und die Wildkräuter-Focaccia mit Wiesen-Limonade, natürlich aus der Kraut&Kochen-Küche.

Sonntagsspaziergang

Einen sehr informativen Sonntagsspaziergang hatten wir mit den Teilnehmenden der letzten Kräuterwanderung vom Bürgerhaus Hungen-Steinheim aus. Im Frühsommer herrschen gute Bedingungen für die Pflanzen, vor allem nach den letzten Regenfällen. So konnten wir Wegerich, Brennnessel, Schafgarbe, Kamille, Giersch, die geschützten Kornblumen und Kartäusernelken und letzte Holunderblüten, sowie erste Kirschen am „Kalter Rain“ zeigen. Bei der Fülle an Wissenswertem über die Wildkräuter wurde mitgeschrieben oder auch die Diktierfunktion des Smartphones genutzt, um sich später auch besser erinnern zu können.

Bisher hatten wir den Sonntag nicht als Veranstaltungstag genutzt. Dieser Kräuterspaziergang hat uns aber angeregt darüber nachzudenken, ob so ein zweistündiger Spaziergang zwischen 11 und 13 Uhr am Sonntag für manche nicht von Interesse sein könnte.

Feedback erwünscht!
Schreibt uns gerne eure Meinung dazu übers Kontaktformular oder direkt an renatehecht@web.de.

Neue Wandertermine

Liebe Besucherinnen unserer Website!

Wir freuen uns riesig, dass wir jetzt von den Lockerungen, die das Bundesland Hessen gestattet hat, profitieren.

Ana und ich haben besprochen, dass wir, sehr zu unserem Bedauern, fürs erste darauf verzichten, zu gemeinsamem Kochen einzuladen. Das ist den Räumlichkeiten des Nabu Horlofftal nicht möglich und auch nicht erlaubt zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Was wir aber anbieten können, sind gemeinsame Wanderungen, kleine Exkursionen in die Umgebung. Damit wollen wir starten.

In weiteren Touren wenden wir uns den Drei Teichen, dem Wallenberg und dem Müllerweg zu.

Wir legen den Schwerpunkt auf das Erkennen der Pflanzen und reden natürlich über die Verwendungsmöglichkeiten. Empfehlungen zu medizinischen Anwendungen werden nicht gegeben. Wenn es möglich ist, kann auch jeweils eine kleine Menge für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Wir empfehlen, an eine Kamera zu denken und eventuell an Schreibzeug.

Zur Sicherheit: Wenn Sie Krankheitssymptome spüren, bleiben Sie zuhause.

Wir haben draußen die Möglichkeit, den Abstand groß zu halten. Es muss also keine Maske getragen werden. Wer sich aber wohler fühlt damit, bringt sich natürlich seine Maske mit und evtl. etwas zum Hände säubern.

Alle versorgen sich selbst mit Getränken und Proviant.

Wir verlangen keine An- und Abmeldung.

Als Veranstalterinnen sind wir verpflichtet, die Kontaktdaten jeder teilnehmenden Person zu erfassen und aufzubewahren. Damit das zügig geschehen kann, bitten wir darum, eine Visitenkarte bzw.  einen Zettel mit Namen, Adresse und Telefonnummer mitzubringen.

Wir sind froh, wenn Sie den  Beitrag von 12,00 EUR möglichst passend  zur Hand haben.

Alle nehmen auf eigene Verantwortung teil.

Zu unserem Veranstaltungskalender

Löwenzahngelee

Im Moment blüht überall der Löwenzahn und das Wetter ist trocken, ideale Bedingungen für die Herstellung eines Gelees aus Löwenzahnblüten. Es gibt viele Rezepte dafür, ich mache es meist so:

  1. Sammeln der Blüten (Bild 1): In ein Sieb oder einen Korb sammle ich die Blüten so um die Mittagszeit, wenn sie richtig trocken sind. Ich nehme mir dafür Zeit und zupfe die Blütenblättchen gleich vom Boden des Blütenkorbs ab.

  2. Ansatz (Bild 2 ): Ich fülle die Blüten in ein Kochgefäß, ohne sie zu waschen und bedecke sie mit naturtrübem Apfelsaft, gebe dazu Zitronenscheiben und in diesem Fall ein Stück einer Vanilleschote. Das lasse ich in der Küche über Nacht stehen und wenn ich da vorbei komme, rühre ich den Ansatz um.

  3. Am nächsten Morgen wird alles erhitzt, aber nicht gekocht. Das mache ich so dreimal über den Vormittag verteilt. Dann wird abgesiebt, die Blüten gut ausgedrückt, die genaue Menge festgestellt und die gleiche Menge Gelierzucker dazugegeben (Bild 3).

  4. Gläser und Deckel vorbereiten.

  5. Unter ständigem Rühren aufkochen, probieren, ob die Säure stimmt und ggf. Zitronensaft zugeben und solange köcheln lassen, bis alles anfängt zu gelieren.

  6. Heiß abfüllen, verschließen und abkühlen lassen (Bild 4). Etikettieren!

    Varianten sind natürlich möglich: Orangen verwenden, andere Gewürze, statt Gelierzucker mit anderem Süßungsmittel einen Sirup herstellen, noch andere Blüten dazugeben, die Blüten drinlassen…

Neues Projekt: Fermentieren von Wildkräutern

Schon länger habe ich die Beschreibungen von sog. Fermenten, die man im Netz findet, aufmerksam gelesen und wollte das dieser Tage ausprobieren. Ich wollte aber weder Sauerkraut machen, noch Möhren milchsauer vergären, sondern habe das verwendet, was zuhauf in meinem Garten gerade zu finden ist: verschiedene Wildkräuter
(Bild 1, unten Mitte: Giersch, rechts rum: Taubnessel, Vogelmiere, kl. Wiesenknopf/Pimpinelle, Wiesenlabkraut,Knoblauchrauke, wilder Lauch).

Ich verwende hier ein recycletes Glas, in das ich die klein geschnittenen Kräuter gebe, mit wenig Salz (Bild 2) und viel Kraftaufwand (Bild 3) ordentlich zusammenstampfe. Das Ziel ist, dass aus dem Gemenge die Luft raus kommt, die Zellen gequetscht werden, um Saft austreten zu lassen. Da schon lange kein Regen mehr gefallen ist, waren die Kräuter nicht so saftig, wie gedacht. Da habe ich am Ende etwas abgekochtes Wasser zugegeben. Wenn alles gut verdichtet ist, sollte etwas Flüssigkeit über dem Grünzeug stehen.


Das Ganze sollte nun etwa 3 Tage warm stehen, damit  die Fermentation in Gang kommt. Außerdem soll das ohne Sauerstoff geschehen. Deshalb habe ich mit einer Gefriertüte, die ins Glas gestopft wird, dann mit Wasser aufgefüllt (Bild 4), mein Glas verschlossen. Wie gesagt, milde Wärme hilft. Dann sollten sich im Glas schöne Bläschen entwickeln und der Geruch sollte angenehm sein! Wenn dem so ist, kann ab Tag 4 alles kühl gestellt werden und man muss noch weitere 2-4 Wochen warten, bis man das Endprodukt genießen kann.

Anmerkung: In solch ein Glas passen geradezu unglaubliche Mengen Grünzeug. Ich musste nochmal raus und ernten gehen.

Ich habe es jetzt noch nicht getestet, aber falls der Geschmack überzeugt, werden weitere Experimente folgen.

Kurzfassung auch auf Instagram: renatehecht, KrautundKochen Hessen

Was wir jetzt tun können

Gegenwärtig wird viel über eine gesunde, die körpereigene Abwehr fördernde Ernährung gesprochen, mehr als sonst im Frühjahr. Und natürlich spielen da die Wild- und Gartenkräuter für uns eine ganz große Rolle.

Da viele Menschen nun wegen der Ausgangsbeschränkungen mehr Zeit im Garten verbringen, lohnt es sich, der Frage nachzugehen, was wir jetzt dort vorfinden können und wie es sich verwerten lässt.

Wer keinen „Rasen“ hat, sondern eher eine kleine Wiese, ist dieser Tage klar im Vorteil. Wir finden darin in unserer Region Gänseblümchen, Löwenzahn, Vogelmiere, Spitzwegerich, Giersch, Pimpinelle und an den Rändern vielleicht Brennnesseln, Taubnesseln und Gundelrebe. Damit hätten wir schon neun Kräuter, die in unsere „Grüne Neune“ passen.

Ein großer Vorteil: Einige der Kräuter sind auch Anfängern in der Wildkräuterkunde bekannt und können nicht verwechselt werden.

Es lohnt sich, diese Kräuter in unserem Essen eine große Rolle spielen zu lassen. Die verwendeten Mengen müssen nicht groß sein, da der Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen so viel höher ist, als bei gekauften Kräutern und Gemüsen. Für den Einstieg kann man eine Hand voll Kräuter pro Person zum Beispiel in einer Suppe ansetzen.