Neue Wandertermine

Liebe Besucherinnen unserer Website!

Wir freuen uns riesig, dass wir jetzt von den Lockerungen, die das Bundesland Hessen gestattet hat, profitieren.

Ana und ich haben besprochen, dass wir, sehr zu unserem Bedauern, fürs erste darauf verzichten, zu gemeinsamem Kochen einzuladen. Das ist den Räumlichkeiten des Nabu Horlofftal nicht möglich und auch nicht erlaubt zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Was wir aber anbieten können, sind gemeinsame Wanderungen, kleine Exkursionen in die Umgebung. Damit wollen wir starten.

Die ersten beiden Termine:

30. Mai 2020
Start am Parkplatz von Hof Grass (Spielplatz) um 16 Uhr.
Dauer etwa 2 Stunden
Eigene Anfahrt, Selbstverpflegung
Kosten: 12,00 EUR

7. Juni 2020
Start am Bürgerhaus Hungen-Steinheim um 11 Uhr.
Dauer etwa 2 Stunden
Eigene Anfahrt, Selbstverpflegung
Kosten: 12,00 EUR

In späteren Touren wenden wir uns den Drei Teichen, dem Wallenberg und dem Müllerweg zu.

Wir legen den Schwerpunkt auf das Erkennen der Pflanzen und reden natürlich über die Verwendungsmöglichkeiten. Empfehlungen zu medizinischen Anwendungen werden nicht gegeben. Wenn es möglich ist, kann auch jeweils eine kleine Menge für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Wir empfehlen, an eine Kamera zu denken und eventuell an Schreibzeug.

Zur Sicherheit: Wenn Sie Krankheitssymptome spüren, bleiben Sie zuhause.

Wir haben draußen die Möglichkeit, den Abstand groß zu halten. Es muss also keine Maske getragen werden. Wer sich aber wohler fühlt damit, bringt sich natürlich seine Maske mit und evtl. etwas zum Hände säubern.

Alle versorgen sich selbst mit Getränken und Proviant.

Wir verlangen keine An- und Abmeldung.

Als Veranstalterinnen sind wir verpflichtet, die Kontaktdaten jeder teilnehmenden Person zu erfassen und aufzubewahren. Damit das zügig geschehen kann, bitten wir darum, eine Visitenkarte bzw.  einen Zettel mit Namen, Adresse und Telefonnummer mitzubringen.

Wir sind froh, wenn Sie den  Beitrag von 12,00 eEUR möglichst passend  zur Hand haben.

Alle nehmen auf eigene Verantwortung teil.

Löwenzahngelee

Im Moment blüht überall der Löwenzahn und das Wetter ist trocken, ideale Bedingungen für die Herstellung eines Gelees aus Löwenzahnblüten. Es gibt viele Rezepte dafür, ich mache es meist so:

  1. Sammeln der Blüten (Bild 1): In ein Sieb oder einen Korb sammle ich die Blüten so um die Mittagszeit, wenn sie richtig trocken sind. Ich nehme mir dafür Zeit und zupfe die Blütenblättchen gleich vom Boden des Blütenkorbs ab.

  2. Ansatz (Bild 2 ): Ich fülle die Blüten in ein Kochgefäß, ohne sie zu waschen und bedecke sie mit naturtrübem Apfelsaft, gebe dazu Zitronenscheiben und in diesem Fall ein Stück einer Vanilleschote. Das lasse ich in der Küche über Nacht stehen und wenn ich da vorbei komme, rühre ich den Ansatz um.

  3. Am nächsten Morgen wird alles erhitzt, aber nicht gekocht. Das mache ich so dreimal über den Vormittag verteilt. Dann wird abgesiebt, die Blüten gut ausgedrückt, die genaue Menge festgestellt und die gleiche Menge Gelierzucker dazugegeben (Bild 3).

  4. Gläser und Deckel vorbereiten.

  5. Unter ständigem Rühren aufkochen, probieren, ob die Säure stimmt und ggf. Zitronensaft zugeben und solange köcheln lassen, bis alles anfängt zu gelieren.

  6. Heiß abfüllen, verschließen und abkühlen lassen (Bild 4). Etikettieren!

    Varianten sind natürlich möglich: Orangen verwenden, andere Gewürze, statt Gelierzucker mit anderem Süßungsmittel einen Sirup herstellen, noch andere Blüten dazugeben, die Blüten drinlassen…

Neues Projekt: Fermentieren von Wildkräutern

Schon länger habe ich die Beschreibungen von sog. Fermenten, die man im Netz findet, aufmerksam gelesen und wollte das dieser Tage ausprobieren. Ich wollte aber weder Sauerkraut machen, noch Möhren milchsauer vergären, sondern habe das verwendet, was zuhauf in meinem Garten gerade zu finden ist: verschiedene Wildkräuter
(Bild 1, unten Mitte: Giersch, rechts rum: Taubnessel, Vogelmiere, kl. Wiesenknopf/Pimpinelle, Wiesenlabkraut,Knoblauchrauke, wilder Lauch).

Ich verwende hier ein recycletes Glas, in das ich die klein geschnittenen Kräuter gebe, mit wenig Salz (Bild 2) und viel Kraftaufwand (Bild 3) ordentlich zusammenstampfe. Das Ziel ist, dass aus dem Gemenge die Luft raus kommt, die Zellen gequetscht werden, um Saft austreten zu lassen. Da schon lange kein Regen mehr gefallen ist, waren die Kräuter nicht so saftig, wie gedacht. Da habe ich am Ende etwas abgekochtes Wasser zugegeben. Wenn alles gut verdichtet ist, sollte etwas Flüssigkeit über dem Grünzeug stehen.


Das Ganze sollte nun etwa 3 Tage warm stehen, damit  die Fermentation in Gang kommt. Außerdem soll das ohne Sauerstoff geschehen. Deshalb habe ich mit einer Gefriertüte, die ins Glas gestopft wird, dann mit Wasser aufgefüllt (Bild 4), mein Glas verschlossen. Wie gesagt, milde Wärme hilft. Dann sollten sich im Glas schöne Bläschen entwickeln und der Geruch sollte angenehm sein! Wenn dem so ist, kann ab Tag 4 alles kühl gestellt werden und man muss noch weitere 2-4 Wochen warten, bis man das Endprodukt genießen kann.

Anmerkung: In solch ein Glas passen geradezu unglaubliche Mengen Grünzeug. Ich musste nochmal raus und ernten gehen.

Ich habe es jetzt noch nicht getestet, aber falls der Geschmack überzeugt, werden weitere Experimente folgen.

Kurzfassung auch auf Instagram: renatehecht, KrautundKochen Hessen

Was wir jetzt tun können

Gegenwärtig wird viel über eine gesunde, die körpereigene Abwehr fördernde Ernährung gesprochen, mehr als sonst im Frühjahr. Und natürlich spielen da die Wild- und Gartenkräuter für uns eine ganz große Rolle.

Da viele Menschen nun wegen der Ausgangsbeschränkungen mehr Zeit im Garten verbringen, lohnt es sich, der Frage nachzugehen, was wir jetzt dort vorfinden können und wie es sich verwerten lässt.

Wer keinen „Rasen“ hat, sondern eher eine kleine Wiese, ist dieser Tage klar im Vorteil. Wir finden darin in unserer Region Gänseblümchen, Löwenzahn, Vogelmiere, Spitzwegerich, Giersch, Pimpinelle und an den Rändern vielleicht Brennnesseln, Taubnesseln und Gundelrebe. Damit hätten wir schon neun Kräuter, die in unsere „Grüne Neune“ passen.

Ein großer Vorteil: Einige der Kräuter sind auch Anfängern in der Wildkräuterkunde bekannt und können nicht verwechselt werden.

Es lohnt sich, diese Kräuter in unserem Essen eine große Rolle spielen zu lassen. Die verwendeten Mengen müssen nicht groß sein, da der Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen so viel höher ist, als bei gekauften Kräutern und Gemüsen. Für den Einstieg kann man eine Hand voll Kräuter pro Person zum Beispiel in einer Suppe ansetzen.

Bärlauch

– ein Rezept

Wir erleben derzeit eine außergewöhnliche Situation, die einigen von uns unversehens viel Zeit zuhause beschert. Sie eröffnet uns auch einen intensiveren Zugang zu dem, was wir in Garten und Wald finden und für uns und unser Wohlbefinden verwenden können.

Jetzt ist die Zeit der ersten saftigen Frühlingskräuter. Sie bescheren uns spannende Möglichkeiten in der Küche! Wer aber davon auch etwas in den Sommer „retten“ möchte, kann jetzt zum Beispiel Bärlauchöl ansetzen.

Man nimmt ein gutes Speiseöl, in meinem Fall war es Olivenöl, und begießt damit eine  Hand voll grob zerkleinerter Bärlauchblätter in einem Weithalsglas. (Bild1)

Ich habe dieses Glas 8 Tage stehen lassen und dabei täglich geschüttelt. Heute fand ich den Geruch angenehm und die Blätter haben noch ihre Struktur, so dass ich sie heute und morgen in der Küche noch weiterverwenden kann, zum Beispiel über Nudeln oder Kartoffeln.


Also kommt jetzt das Abseihen dran. Ich verwende eine helle Glasflasche, zum einen, weil das auf einem Foto einfach besser aussieht, zum anderen, weil ich die Flasche lichtgeschützt aufbewahren kann. Wer dafür keinen Platz hat, nimmt besser eine dunkle Flasche. (Bild2)

Etikettieren nicht vergessen …und dann genießen! (Bild 3)

Anmerkung: Bärlauch schmeckt am besten in all seinen Varianten in dieser Jahreszeit. Später im Jahr gibt es dann wieder andere typische Aromen. Ich lege mir daher keine Riesenvorräte von Pesto, Öl, Salz etc. an.

Heilpflanze des Jahres 2020: Die gewöhnliche Wegwarte (cichorium intybus)

Wegwarte-Blüte - Bild © moonlight 3 auf Pixabay

Die diesjährige Wahl traf eine unserer „Lieblingspflanzen“. Im letzten heißen Sommer war sie häufig an Straßen und Wegen zu sehen und hat uns mit ihren blauen Blüten begeistert. Wir sind ihr auf unseren Kräuterwanderungen oft begegnet und haben die Blüten auch in unseren Menüs verwendet.

Es ist nicht immer einfach, sie an Orten zu finden, an denen auch gesammelt werden kann, da sie es liebt an Wegrändern (logisch, wenn man so heißt!) zu erscheinen. Sie ist quasi die „Mutter“ vieler Salatpflanzen, wie Chicorée, Radicchio und Endivie. Die enthaltenen Bitterstoffe wirken sich positiv auf die Verdauung aus. Früher wurde sie auch in größerem Umfang der Wurzel wegen angebaut, vor allem um in Kaffeegetränken Verwendung zu finden (Muckefuck).

Wegen ihres auffallenden Blautons in der Blüte war sie auch eine in Zauberdingen wichtige Pflanze, vor allem in Liebeszaubern, und vielleicht war sie auch die Blaue Blume der Romantik, in ein paar Gedichten und Sagen taucht sie auf: das verlassene, am Wege nach dem Geliebten ausschauende Mädchen wird in eine Wegwarte verwandelt…gilt natürlich nur für blauäugige Mädchen…

Nervenkekse

(in Anlehnung an das Original der hl. Hildegard)

1 Tl Muskat (frisch gerieben)
1 Tl Zimtpulver
1 Tl Lebkuchengewürz
½ – 1 Tl  Zimtblüte, Fenchel, Anis …gemörsert
200g Dinkelmehl Vollkorn
200g Dinkelmehl 1050 (ersatzweise 630)
200g Honig
250 g Butter
2 El Vollkornbrösel oder Haferflocken
2 El Mandeln gehackt
2 El Maronen gehackt und geröstet
1 El Haselnüsse gemahlen
1 El Öl (Walnuss)

Höchstens 3 pro Tag davon essen wegen der Menge an Muskatnuss; ungeeignet für Kinder.

Die gekochten Maronen hacken, rösten, auf einem Teller abkühlen lassen, in der Resthitze die Haferflocken ein wenig anrösten.

Die Gewürze vorbereiten.

Ein  Teil Mehl auf der Arbeitsfläche mit der Butter hacken. Das restliche Mehl in einer Schüssel mit den Gewürzen, den Maronen, den Nüssen, den Mandeln und den Bröseln/Flocken gut vermischen.

Den Honig und das Öl dazugeben, sorgfältig vermengen, dann zur Mehl-Butter-Mischung aufs Backbrett geben und alles zusammen kneten.

Bei Bedarf noch etwas Mehl nachgeben. Rollen formen und kühlen, mindestens 6 Stunden. Taler von den Rollen abschneiden und bei etwa 200°C für10 Minuten auf der mittleren Schiene backen.