Herbstschätze – Tour am 24. Oktober 2020

Bei bestem Herbstwetter machte sich unsere Gruppe auf den Weg. Wir wollten zum „Grohberg“, einem nahe beim Nabu-Zentrum „Alter Bahnhof“ (bei Trais-Horloff, Hungen) gelegenen Basalt-Hügel. Vorher hatten wir die einzelnen Projekte besprochen und so wurden an den Hecken, die dort am Grohberg das Grünland einrahmen, Hagebutten und einige Schlehen gesammelt, auf einer Wiese Samen der Brennnessel geerntet, Beifuß, Ringelblume und Fenchelsaat vom Blühacker, Spitzwegerich und Schafgarbe von der Wiese.

Dank des guten Wetters konnten die Zubereitungen draußen an Einzeltischen stattfinden. Ana koordinierte das Zubereiten des Hagebuttenlikörs, den Ansatz der Schlehen-Oliven und das Komponieren des Gewürzsalzes. Ich wärmte inzwischen die vorbereiteten „Äpfel im Schlafrock“ und die Vanillesauce auf und brachte sie zusammen mit dem herb-säuerlichen Schlehenpüree auf die Teller… andächtiges Schweigen 😉

Danach gingen aber die angeregten Gespräche weiter und so kam es, dass wir, wieder einmal, mit der geplanten Zeit nicht hinkamen. Aber, Gutes braucht Raum und Zeit!

Da zwar die Kräuter-Saison endet, aber das Jahr noch nicht ganz um ist, überlegen wir gerade, ob wir im Winterhalbjahr Wanderungen anbieten, denn das wäre, egal, wie sich die Pandemie – Lage weiter entwickelt, möglich und auch sinnvoll. Bewegung und frische Luft sind gut für uns. Meldet euch also gerne, wenn ihr dazu Ideen habt oder interessiert seid. Eine Teilnehmerin hat schon Interesse an einer Sylvester-Wanderung bekundet und wir finden die Idee schon mal gut!

© Fotos von Ilona Panitz, Ana Farago-Macht, Renate Hecht

Exkursion und Kräuterwanderung „Wir verkosten den Herbst“ am 26.9.2020

Der Wetterbericht sagte Kälte und Regen vorher, und wo in Frankfurt noch ein leiser Sonnenstrahl leichte Hoffnung weckte, wurde die Vorhersage in Hungen voll bestätigt. Der Nebel hing tief, ein feiner Regenstaub fiel und weitere sich am Ende der Exkursion zu einem ordentlichen Dauerregen aus. Die kleine Gruppe, bestehend aus Mitgliedern der Bürgerinitiative für den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark e.V. und des BUND, die sich zu dieser Kräuterwanderung in Hungen zusammengefunden hatte, wurde auf dem Bahnhof von den beiden Expertinnen Renate Hecht und Ana Farago-Macht herzlich empfangen.

Gleich zu Anfang wurden wir informiert, dass der ursprünglich geplante Weg um den Hof Grass herum nicht mehr zu begehen war, weil ihn die Aktivitäten der Biber unter Wasser gesetzt hatten. Es gab aufgeräumte Kommentare und noch im Wärmegefühl des Zuges ging es dann vom Bahnhof durch die Stadt hinaus zur Horloff.

Das einem unvoreingenommenen Beobachter riesig erscheinende Schienengelände bildete einen ersten Haltepunkt, die Schotterpflanzen der Gleisbetten das Thema. Alsbald ein Rest der Stadtmauer mit entsprechender Flora, z.B. dem Zimbelkraut, einem frühen Neophyten, das an schattigen, luftfeuchten Mauern wächst. Den beiden Frauen von „Kraut und Kochen“ gelang eine faszinierende Mischung aus historischer und naturkundlicher Führung. Im Durchgang zum Innenhof des Schlosses wird vor der Gedenktafel für Georg Ludwig Hartig kurz an einen der wichtigsten Förderer der nachhaltigen Forstwirtschaft erinnert. Ein uralter Basaltweg im Schlosshof ist ebenfalls eine Betrachtung wert. In der Innenstadt verkosten wir den Süßen, den der Naturschutzbund von seinen Streuobstwiesen keltert, bevor wir hinunter an die Horloff spazieren. Eine stillgelegte Kornmühle mit einem kaum noch erkennbaren Mühlgraben; Böschungen, die sich als ehemalige, jetzt überwachsene Halden der früheren Bergbautätigkeit erweisen; Vulkanaufschlüsse; der Inheidener Teich, eine ehemalige Braunkohlegrube – interessante historische Details werden mit immer wachem Blick auf die Pflanzen und ihre Heilwirkungen verknüpft: es entwickelten sich lebhafte Gespräche über Nutzung und Wirkung von Brennnessel, Wegerich, Weißdorn, Hagebutte und vielen anderen. Nach zweieinhalb Stunden informativer Wanderung im Regen war die Gruppe dann aber doch froh, als der alte Bahnhof von Trais-Horloff erreicht war, Stützpunkt des Naturschutzbundes Horlofftal. In der hellen Stube wurde die Gruppe mit ofenwarmem Focaccia und Kräuterbutter sowie danach einer heißen, köstlichen, bunten Gartensuppe mit Graupen und Wildkräutern versorgt. Anschließen gab es Kaffee und Pflaumenkuchen vom Blech mit Sahne.

Die Zeit zur Rückfahrt nahte. Vom Bahnsteig vor dem Bahnhof aus warfen wir einen letzten Blick auf die Gänsweid, ein wichtiges Feuchtbiotop in der Horloffaue, mit seinen unzähligen Schwänen, Enten und Silberreihern. Bald darauf lief schon der Zug nach Gießen ein. Die Teilnehmer waren trotz der Unbill des Wetters sehr zufrieden und verabredeten mit unseren freundlichen Expertinnen und Köchinnen Kontakte für die Zukunft.

(Bericht und Foto: Folkhart Funk)

Schätze des Sommers – Impressionen von der Kräuterwanderung

Die Gruppe traf sich im „Alten Bahnhof“ in Trais – Horloff, dem Naturschutzzentrum des Nabu Horlofftal. Erst spazierten alle bei bestem Wetter an der Horloff entlang Richtung Hof Grass, dann ging es an die Zubereitungen: es sollte ein Ketch-up mit Pflaumen geben, eine Holunder-Essig Reduktion, ein Pesto mit Wildkräutern und ein Gewürzsalz für die herbstliche Küche.

In festen Teams beschäftigten sich alle mit ihren „Aufgaben“. Nebenbei wurde auch noch ein Test mit Eichelkaffee gestartet, eine Zubereitung, die jetzt nicht jedermanns Geschmack traf….

Die hergestellten Köstlichkeiten wurden in die mitgebrachten Gefäße gefüllt und haben vermutlich schon den Weg auf den Tisch gefunden!

Frauenkräuter – Kräuterwanderung am 15. August

Am 15. August (Mariä Himmelfahrt) beginnt traditionell ein Zeitraum, in dem Kräuter eine besondere Kraft entfalten sollen und es gibt den Brauch im Alpenraum, Kräutersträuße in einem Gottesdienst segnen zu lassen.
Dieses Jahr fiel dieser Tag (bei uns leider kein Feiertag…) nun auf einen Samstag, und so wollten Ana und ich gerne etwas Besonderes anbieten, nämlich ein Angebot exklusiv für Frauen zum Thema „Frauenkräuter“.

„Frauenkräuter“ sind Pflanzen, die besonders geeignet sind, den Organismus und die psychischen Befindlichkeiten von Frauen kraftvoll und heilsam zu unterstützen. Bei unserem Gang entlang der Hecken fanden wir unter anderem Ackerschachtelhalm, Schafgarbe, Rotklee, Beifuß, Hopfen und Misteln. Später, im Hof und in den Räumen des
Nabu-Zentrums „Alter Bahnhof“, entstanden aus Pflanzen unserer Kräutergärten ein Ölauszug, Tinkturen, Tee und natürlich auch ein Kräuterstrauß und Räucherbündel aus den typischen Frauenkräutern.
Mit den Ergebnissen der eigenen Arbeit und Anregungen für das Anwenden von Wildkräutern im Alltag gingen alle Teilnehmerinnen nach Hause.

Kräuterwanderung auf dem „Müllerweg“

Unser Treffpunkt zu dieser neuen Wanderstrecke war das ehemalige Postgebäude in Hungen. Dort war in früheren Zeiten eine Mühle an der Horloff, und dem Lauf der Horloff folgten wir auch zunächst Richtung Villingen, entlang der Gärten, dann über einen Ackerweg in den Wald und von dort aus weiter auf dem Damm, der den „Engelshäuser See“ einst begrenzte.

Weil wir aus bekannten Gründen in diesen Tagen nicht gemeinsam kochen können, hatten wir entschieden, auf andere Weise ins praktische Tun zu kommen. Also sammelten wir gemeinsam die Zutaten für einen Tee, der bei sommerlichen Erkältungen hilft (Lindenblüte, Schafgarbe, Braunelle, Mädesüß), Kräuter für ein Würzsalz (Beifuß, Wegerich, Gierschblüte, Samen von Brennnesseln bzw. Sauerampfer), ein paar Johanniskrautblüten für Rotöl bzw. alkoholischen Auszug und Spitzwegerich, um ihn für Husten in Honig einzulegen.

Mit den gesammelten Schätzen kehrten wir in Anas Garten ein, wo alles noch einmal sortiert und erklärt wurde, so dass alle Teilnehmenden zufrieden nach Hause gingen.

Wir haben ziemlich überzogen, was die Dauer der Veranstaltung angeht. Gut, dass es niemand gestört hat. Aber das nächste Mal, bei den Frauenkräutern, sollten wir besser eine halbe Stunde mehr einplanen… mindestens!

Apothekenwanderung – Juni 2020


Trotz des schwülen Wetters kamen viele Interessierte auf dem Hof des
Bürgerhauses in Steinheim (Hungen) zusammen. Bei gut 30
Teilnehmerinnen und Teilnehmern beschlossen Ana Farago-Macht, Renate Hecht und Nicole Anhäuser spontan, zwei Gruppen zu bilden, damit beim Besprechen der Pflanzen der erforderliche Abstand eingehalten werden konnte.

Allen wurde bei der Anmeldung ein liebevoll gepacktes Apothekentäschchen überreicht mit Schreibzeug und Johanniskraut-Salbe, von Nicole Anhäuser selbst gerührt. Eine Gruppe nahm den Weg durch den Wald, während die anderen an Feldrainen vorbei die Streuobstwiesen auf dem „Kaltenrain“ ansteuerten. Linde, Baldrian, Kamille, Klette, Brennnessel und natürlich das prachtvoll blühende Johanniskraut säumten den Weg.

Am Ende trafen sich alle Kräuterbegeisterten im Schatten der kleinen Birkengruppe oben auf dem Hügel, genossen den Wind, die Aussicht und die Wildkräuter-Focaccia mit Wiesen-Limonade, natürlich aus der Kraut&Kochen-Küche.

Sonntagsspaziergang

Einen sehr informativen Sonntagsspaziergang hatten wir mit den Teilnehmenden der letzten Kräuterwanderung vom Bürgerhaus Hungen-Steinheim aus. Im Frühsommer herrschen gute Bedingungen für die Pflanzen, vor allem nach den letzten Regenfällen. So konnten wir Wegerich, Brennnessel, Schafgarbe, Kamille, Giersch, die geschützten Kornblumen und Kartäusernelken und letzte Holunderblüten, sowie erste Kirschen am „Kalter Rain“ zeigen. Bei der Fülle an Wissenswertem über die Wildkräuter wurde mitgeschrieben oder auch die Diktierfunktion des Smartphones genutzt, um sich später auch besser erinnern zu können.

Bisher hatten wir den Sonntag nicht als Veranstaltungstag genutzt. Dieser Kräuterspaziergang hat uns aber angeregt darüber nachzudenken, ob so ein zweistündiger Spaziergang zwischen 11 und 13 Uhr am Sonntag für manche nicht von Interesse sein könnte.

Feedback erwünscht!
Schreibt uns gerne eure Meinung dazu übers Kontaktformular oder direkt an renatehecht@web.de.