Frühjahrsempfehlungen

Ana Farago-Macht und Renate Hecht sprechen in einem Beitrag des HR-Fernsehens mit Jochen Schmidt über Bärlauch, Vogelmiere, Löwenzahn und andere Wildkräuter.

Es geht uns eben wie vielen: außer raus gehen, im Garten arbeiten und kochen bzw. lesen, wenn das Wetter nicht so toll ist, gibt es für uns nicht viel zu tun. Keine 9-Kräutersuppe am offenen Feuer und auch Grüne Sauce aus Wildkräutern machen wir nur für den eigenen Bedarf.

Da kam dieser Tage ein Anruf vom HR-Fernsehen. Wie schon vor zwei und vier Jahren waren sie interessiert an einem Beitrag für ihre Wettersendung. Eine schöne Abwechslung!

Das Wetter am Drehtag war traumhaft (30.03.) und so verbrachten Ana und ich einen anregenden Vormittag mit J. Schmidt bei mir im Garten und einem Waldstück in der Nähe von Gießen. Herr Schmidt hat sich echt ins Zeug gelegt, um dem Bärlauch und den anderen Wildkräutern „auf Augenhöhe“ zu begegnen.

Es ist interessant, wie viel man anstellt, um 3 Minuten Sendung zu realisieren, aber wir finden, es sind besonders schöne 3 Minuten geworden!

Renate Hecht

Liebe Kräutermenschen!

Von diesem Jahr ist auf dem Kalender nicht mehr viel übrig. Und was für ein Jahr war das! Ich erinnere mich an unsere Pläne für die neue Saison, den neuen Flyer, wie wir das alles organisieren wollten, Veranstaltungen, eigene Weiterbildungen, Exkursionen, neue Wege usw…

Wir freuten uns sehr, dass schon im Februar und März lebhaft gebucht wurde. Dann kam der Lockdown und wir sagten Termine wieder ab, erst mal drei. Vorsichtige Öffnung Ende Mai. Nach einigen Gesprächen mit dem Gesundheitsamt erfolgte eine Planänderung: einiges ging, wie zusammen wandern in kleiner Gruppe – anderes nicht, wie zusammen kochen und essen in geschlossenen Räumen. Bis Oktober immerhin haben wir uns dann ein paarmal mit Kräuterbegeisterten treffen können. Ausgerechnet das Angebot, das wir letztes Jahr neu erfunden und „alle Jahre wieder“ genannt hatten, konnte dieses Jahr nicht „wieder“ stattfinden.

Wir wollen jedoch nicht klagen. Auf dem Land zu leben hat uns schon immer gefallen, unter diesen Umständen war und ist es ein Segen. Die Möglichkeiten, sich im Garten, in Feld und Wald zu bewegen, sind gar nicht genug zu würdigen. Und das wird auch im bevorstehenden Winter unser „Schatz“ sein.

Und natürlich folgen wir der alten Weisheit: „gut essen und trinken hält Leib und Seele zusammen“. Damit uns da nicht langweilig wird, probieren wir momentan einiges Neue aus. Daran lassen wir euch natürlich teilhaben. Und so findet ihr hier immer mal ungewöhnliche Rezepte aus Garten, Feld und Wald. Es lohnt sich natürlich auch in den alten Rezepten mal zu stöbern.

Was wir dieses Jahr nicht machen, ist, bereits neue Termine für 2021 bekannt zu geben. Ana und ich wollen erstmal abwarten, wie die Dinge sich über den Winter entwickeln. Wir haben aber schon einige Ideen zu unseren Veranstaltungen im neuen Jahr:
• 9-WildKräuter für eine Grüne Sauce
• Holunder – ein Termin, bei dem es nur um den “Hollerbusch“ gehen soll, ein Holunderbeeren-Tiramisu ist geplant!
• Essbare Baumblätter
• Kreatives aus und mit Pflanzen z.B. Pflanzentinte oder -farben.

Wenn und sobald es möglich ist, werden wir hier und in einer Rundmail informieren.

Wir bedanken uns bei Euch Kräutermenschen für Euer Interesse und für die schönen gemeinsamen Stunden. Allen, die uns hier besuchen, wünschen wir eine gesunde Winterzeit!

Ana+Renate


Neue Wandertermine

Liebe Besucherinnen unserer Website!

Wir freuen uns riesig, dass wir jetzt von den Lockerungen, die das Bundesland Hessen gestattet hat, profitieren.

Ana und ich haben besprochen, dass wir, sehr zu unserem Bedauern, fürs erste darauf verzichten, zu gemeinsamem Kochen einzuladen. Das ist den Räumlichkeiten des Nabu Horlofftal nicht möglich und auch nicht erlaubt zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Was wir aber anbieten können, sind gemeinsame Wanderungen, kleine Exkursionen in die Umgebung. Damit wollen wir starten.

In weiteren Touren wenden wir uns den Drei Teichen, dem Wallenberg und dem Müllerweg zu.

Wir legen den Schwerpunkt auf das Erkennen der Pflanzen und reden natürlich über die Verwendungsmöglichkeiten. Empfehlungen zu medizinischen Anwendungen werden nicht gegeben. Wenn es möglich ist, kann auch jeweils eine kleine Menge für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Wir empfehlen, an eine Kamera zu denken und eventuell an Schreibzeug.

Zur Sicherheit: Wenn Sie Krankheitssymptome spüren, bleiben Sie zuhause.

Wir haben draußen die Möglichkeit, den Abstand groß zu halten. Es muss also keine Maske getragen werden. Wer sich aber wohler fühlt damit, bringt sich natürlich seine Maske mit und evtl. etwas zum Hände säubern.

Alle versorgen sich selbst mit Getränken und Proviant.

Wir verlangen keine An- und Abmeldung.

Als Veranstalterinnen sind wir verpflichtet, die Kontaktdaten jeder teilnehmenden Person zu erfassen und aufzubewahren. Damit das zügig geschehen kann, bitten wir darum, eine Visitenkarte bzw.  einen Zettel mit Namen, Adresse und Telefonnummer mitzubringen.

Wir sind froh, wenn Sie den  Beitrag von 12,00 EUR möglichst passend  zur Hand haben.

Alle nehmen auf eigene Verantwortung teil.

Zu unserem Veranstaltungskalender

Heilpflanze des Jahres 2020: Die gewöhnliche Wegwarte (cichorium intybus)

Wegwarte-Blüte - Bild © moonlight 3 auf Pixabay

Die diesjährige Wahl traf eine unserer „Lieblingspflanzen“. Im letzten heißen Sommer war sie häufig an Straßen und Wegen zu sehen und hat uns mit ihren blauen Blüten begeistert. Wir sind ihr auf unseren Kräuterwanderungen oft begegnet und haben die Blüten auch in unseren Menüs verwendet.

Es ist nicht immer einfach, sie an Orten zu finden, an denen auch gesammelt werden kann, da sie es liebt an Wegrändern (logisch, wenn man so heißt!) zu erscheinen. Sie ist quasi die „Mutter“ vieler Salatpflanzen, wie Chicorée, Radicchio und Endivie. Die enthaltenen Bitterstoffe wirken sich positiv auf die Verdauung aus. Früher wurde sie auch in größerem Umfang der Wurzel wegen angebaut, vor allem um in Kaffeegetränken Verwendung zu finden (Muckefuck).

Wegen ihres auffallenden Blautons in der Blüte war sie auch eine in Zauberdingen wichtige Pflanze, vor allem in Liebeszaubern, und vielleicht war sie auch die Blaue Blume der Romantik, in ein paar Gedichten und Sagen taucht sie auf: das verlassene, am Wege nach dem Geliebten ausschauende Mädchen wird in eine Wegwarte verwandelt…gilt natürlich nur für blauäugige Mädchen…

Alle Jahre wieder! – Kücheninspirationen

Unser Bericht…

Wenn der Sommer zu Ende ist, fangen in unseren Breiten alle Köchinnen und Köche an, anders zu würzen, anderes zuzubereiten, und wenn es dann in die Advents- und Weihnachtszeit geht, hat man so richtig Lust auf Zimt, Nelken, Muskat und vieles mehr.

Das wollten wir mit einer kleineren Gruppe zusammen zelebrieren und so luden wir erstmals ein zu „Alle Jahre wieder!“

Beim Kaffee mit Apfelbrot machten wir uns bekannt und besprachen die einzelnen Projekte.

In der Küche starteten zwei Frauen mit der Herstellung des Wildfruchtsenfs, gleichzeitig wurden die Holunderbeeren für die Holunder-Essig-Reduktion kräftig aufgekocht. Im Seminarraum nahm das Löwenzahwurzel-Konfekt bald Formen an. Nebenan wurden die vielen Gewürze (Muskatnuss, Zimtrinde, Zimtblüte, Nelkenblüte etc.) für die „Nervenplätzchen“ gemörsert und mit Butter unter das Mehl gemengt. Am großen Tisch standen bald viele Fläschchen, in die mit großer Sorgfalt Weißdornbeeren  und Vanilleschote für den Herzwein gefüllt wurden.


Es roch überwältigend und es entwickelte sich „entspannte Geschäftigkeit“.

Wer schon fertig war, schmökerte in den Kochbüchern, fachsimpelte mit den Anderen. Zum Abschluss sollte das gemeinsame Essen kommen. Also übernahmen einige die Herstellung von gefüllten Wan-Tan-Täschchen, die dann der vorbereiteten klaren Linsensuppe (Rezept folgt) zugegeben wurden.

Den Abschluss bildete  ein warmer Pflaumenröster (natürlich auch mit entsprechenden Gewürzen) und gut gekühlte Vanillesahne….andächtige Stille!

Die Rezepte zur bzw. aus der Veranstaltung:

Klare Linsensuppe mit Linsen-Wan-Tan

Apfel-Nuss-Brot

Zwetschgenröster

Nervenkekse

Löwenzahnkonfekt


Apfelzeit (2019)

Apfelzeit – in und um Trais-Horloff

Zur Begrüßung  gab es eine heiße Tasse Tee, am Kaminfeuer kreiert von Renate. So gestärkt machten wir uns auf zum Kalten Rain. Dort, am Johannisbrotbaum, berichteten wir von der Verarbeitung der Schoten zu Carobpulver. Anschließend ging es weiter zu den Apfelbäumen, wo wir fleißig sammelten und probierten. Dabei kamen wir auf diese alte Weisheit: Ein Apfel am Tag und der Doktor bleibt, wo er mag.

Bei gutem Wetter mit einer wunderschönen Aussicht bis zum Taunus sprachen wir über Streuobstwiesen, über alte und neue Apfelsorten sowie deren Inhaltsstoffe.

Schwer fiel uns der Abschied vom Kalten Rain. Dafür erwartete uns jedoch der angenehm mit Kaminfeuer beheizte Alte Bahnhof Trais-Horloff, warmer, leckerer Tee und eine schöne Erzählung aus der Mythologie des Zankapfels.

Schließlich machten wir uns daran, die Äpfel zu schneiden, zu karamellisieren und Blinis zu backen. Das mit viel Freude und  Liebe zubereitete Apfelmenü haben wir uns dann schmecken lassen.

Rezept: Cremige Apfelsuppe

5 säurehaltige Äpfel
2 große Zwiebeln                              
1 rote Bete                                 
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer

[Zum Rezept]

Schätze des Sommers

Üblicherweise gehen wir bei unseren Veranstaltungen zusammen los in unsere Lieblingssammelgebiete, erklären, was wir finden, ernten, was wir benötigen, kochen zusammen und essen natürlich hinterher gemeinsam. Aber wir nehmen nichts mit, um es für später aufzubewahren.

Bei „Die Schätze des Sommers“ wollten wir zeigen, was man aus den gesammelten Kräutern und Früchten herstellen kann, um zu einem späteren Zeitpunkt etwas Gutes für die Küche oder Körperpflege zur Verfügung zu haben.


Also bauten wir für die Teilnehmerinnen Tische mit verschiedenen Arbeitsplätzen auf. Sie konnten Kräutersträußchen binden zum Mitkochen in Eintopf oder Sauce, im Mörser Kräutersalz herstellen, Essig mit Kräutern und Früchten aromatisieren, Fußpuder machen, Salbe kochen und Räucherbündel wickeln. Außerdem wurde gezeigt, wie man aus verschiedenen Früchten, Gemüsen und Gewürzen ein aromatisches Chutney zubereitet.


Und das gab es nicht nur zum Mitnehmen nach Hause, das wurde gleich zum Probieren zum Essen gereicht. Außerdem kamen warme Blätterteigecken, Couscoussalat mit Roten Beten und zum Nachtisch Pflaumen-Tiramisu auf den Tisch.