Der Vorfrühling ist da!

Die ersten Blumenboten sind am Start, Schneeglöckchen, Krokusse, aber auch Hasel und Erle. Die Bienen sind aus dem Winterschlaf erwacht und suchen die erste Nahrung…

Hasel

Die Hasel (Corylus avellana) ist eine einhäusige Pflanze, die männlichen Kätzchen und die unscheinbaren aber recht hübschen weiblichen Blüten befinden sich am selben Strauch. Knospen, Blüten und junge Blätter sind sehr aromatisch und enthalten viele Vitamine (A, B1, B2 und C), Mineralien (Eisen, Magnesium, Kalzium) sowie Öle, Tannine, Proteine und Gerbsäure.

Ein Tee aus den Kätzchen hat eine schweißtreibende,  fiebersenkende und vitalisierende Wirkung –  das richtige Getränk bei einer Erkältung im beginnenden Vorfrühling!

Zubereitung:
8 Haselnusskätzchen mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Wichtiger Hinweis:
Menschen mit Allergien sollten es nicht ausprobieren!
Die Kätzchen für den Tee sollten eine gelbe Farbe haben.

Erlenmakronen

100g Kokosblütenzucker mit einem Ei schaumig schlagen.
100g Sonnenblumenkerne und 30g kleingeschnittene Erlenkätzchen in die Masse rühren. Auf ein Backblech mit Backpapier kleine Klekse häufen und bei 160 Grad (Umluft) 25 Minuten backen.

  • Eine schmackhafte und gesunde Köstlichkeit für zwischendurch!

„Wald-Öl“

Im letzten Herbst, Ende Oktober, habe ich an einem schönen und trockenen Tag im Wald Fichtenzapfen und -nadeln, sowie Douglasiennadeln gesammelt. Rosmarinzweige hatte ich aus dem Garten und alles zusammen kam in ein Glas mit Olivenöl. Da ruhte es bis vor ein paar Tagen und ich hatte vor, dieses Öl zur Gelenkmassage zu verwenden. Ich siebte also ab und der Geruch nach „Wald“ war so deutlich und angenehm, und mir lief dermaßen das Wasser im Mund zusammen, dass ich jetzt beschlossen habe, diese Flasche nicht ins Bad sondern in die Küche zu stellen. Es wird sehr bald Pasta mit Pilzen, Möhren und Waldöl geben…

Das ist übrigens der Vorteil, wenn man dem Grundsatz folgt, Körperpflege nur mit Komponenten zu verwenden, die man auch essen könnte. Normalerweise ist damit die völlige Abwesenheit von Konservierungsstoffen, synth. Farbstoffen etc. gemeint. Aber hier ist mal so: ich pflege quasi meine Gelenke von innen!

Anmerkung: zur Nachahmung nur empfohlen, wenn man sicher ist, keine giftige Eibe vor sich zu haben!


Linzer-Torte mit Schlehenkompott

Für das Kompott:
600g Schlehen
150g Zucker
50ml Rotwein
50ml Portwein
Sternanis, Zimtpulver, Kardamom, Piment, Orangenschale, Nelkenpulver, Ingwer (gerieben), Muskatnuss, 1 Glas Amarenakirschen (gute Prise von allen Gewürzen).

Zubereitung:
Zuerst die Schlehen mit Zucker und den Gewürzen, dem Rotwein und Portwein zirka eine halbe Stunde köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

Durch die „Flotte Lotte“ passieren, die Amarenakirschen mit dem Saft zum Schlehenkompott hinzugeben und dicklich einkochen lassen, bis dieses die Konsistenz einer Marmelade hat.

Einen Mürbeteig herstellen (dazu hat fast jeder ein Familienrezept).

Eine Springform ausbuttern, den Teig zu einem Drittel ausrollen und in die Springform flach einarbeiten. Einen Rand (1 cm hoch) ziehen und mit dem ausgekühlten Kompott bestreichen.

Den restlichen Teig in 2 cm dicke Streifen schneiden und damit das Kompott in Gitterform belegen. Die Torte mit einem verquirlten Ei bestreichen und in einem vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Ober-/Unterhitze 40 bis 50 Minuten backen. Die Torte auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Servieren und genießen:
Kühl geschlagene Sahne dazu ist ein Genuss! – Diese Torte haben wir unseren Gästen am offenen Feuer serviert. Sie wurde mit lautem „Mmhhh lecker!“ verkostet.


Bolognese mit Hagebutte

80 g Hagebutten
(Früchte waschen und von den haarigen Kernen säubern.)

80 g Zucchini
80 g Aubergine
2 Möhren
3 Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch
1 kleine Sellerieknolle
8 Scheiben getrocknete Tomaten in Öl

Alles in feine Würfel schneiden.

Salz, Pfeffer, Paprikapulver, 2 EL Tomatenmark, Rosmarin, Thymian, Currykraut, 2 Lorbeerblätter, etwas Agavendicksaft,
200 ml Gemüsebrühe und Petersilie.

Zwiebeln, Knoblauch und Hagebutten in Olivenöl 5 Minuten anschwitzen, danach das restliche Gemüse hinzugeben und weitere 10 Minuten mitdünsten. Die kleingehackten Kräuter, Paprikapulver, Tomatenmark und Lorbeerblätter hineingeben, mit der Gemüsebrühe ablöschen und eine gute halbe Stunde köcheln lassen bis die Flüssigkeit verdampft ist.

Mit Salz, Pfeffer und Agavendicksaft abschmecken; mit der Petersilie bestreuen.

Diese Hagebutten-Bolognese passt sehr gut zu Spaghetti oder anderen Nudeln. Dazu serviere ich einen gemischten Salat.

Es ist wie Paul Bocuse sagte: „Das Glück wohnt in der Küche.“

Hagebutte

Sie hat viele wichtige Inhaltsstoffe, unter anderem: Mineralstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Zucker, Pektine und vor allem Vitamine  A, B1, B2, K und C. – Die mühevolle Arbeit lohnt sich!

In der Mythologie ist die Rose ein Symbol der Liebe und Zuneigung; Sie ist der Göttin Venus gewidmet (Göttin der Liebe, Schönheit und Kreativität).

Erdbeer-Holunderblüten-Kuchen

Vorbereitung:
Zuerst einen Mürbeteig- oder Biskuitboden vorbacken.

Zutaten:
6 Dolden Holunderblüten
250g Sahne
50g gemahlene Mandeln
1 Ei
½ Päckchen Vanillesoßen-Pulver
1 Päckchen Vanillezucker
500g Erdbeeren
1 Päckchen Tortenguss
2 Hände voll Holunderblüten

Füllung:
250ml Sahne mit 6 Dolden Holunderblüten (möglichst nur die Blüten)
einmal aufkochen und über Nacht kühl stehen lassen.
Ein Ei in die Holunderblütensahne mit den Mandeln, dem Vanillesoßenpulver und dem Vanillezucker verrühren.

Das Ganze auf den vorgebackenen Boden gießen und im vorgeheizten Backofen 170 Grad/Umluft zirka 20 Minuten backen und auskühlen lassen.

Die gesäuberten und getrockneten Erdbeeren auf dem Boden verteilen. Den Tortenguss mit den restlichen Holunderblüten einmal aufkochen lassen und über die Erdbeeren gießen.

Es ist  sehr wichtig, dass sowohl die Holunderblüten als auch die Beeren im gekochten Zustand verarbeitet werden, da diese sonst Verdauungsprobleme verursachen.

„Die Spargel-Erdbeeren-Holunderblüten Saison ist für mich die schönste Zeit im Jahr.“

Ana Farago-Macht

Holunder (Sambucus nigra)

In drei Wochen ist Mittsommernacht und der Holunderbaum ist in voller Blüte. Er lädt förmlich dazu ein, aus seinen Blüten etwas zuzubereiten.
Oft wächst er in der Nähe der Menschen, beschützt das Haus und ist Hausapotheke zugleich.
Aus den Blüten und später aus den Beeren lassen sich allerhand köstliche Speisen und Getränke zubereiten.

Rezept: Ein „etwas anderer“ Holunder-Sirup

Zutaten
20 Holunderblüten (Rotlaubiger-Schlitzholunder),
3l Wasser,
2 kg Zucker,
40 g Zitronensäure,
1 Biozitrone.

Zubereitung
Die Blüten von dem Stängel abzupfen und in 3l Wasser aufkochen.
24 Stunden an einem kühlen Ort stehen lassen, ab und zu umrühren. Anschließend den Sud filtern mit Zucker, Zitronensäure und den Zitronenscheiben aufkochen, in sterilisierte Flaschen abfüllen.

Dieser Sirup ist rosa, wie auf dem Bild deutlich zu sehen ist. Er schmeckt auch etwas anders als der bekanntere, gelbgrüne Sirup.

Genießen Sie ihn!
Ana Farago-Macht

Löwenzahn-Bärlauchblüten-Chutney

Zutaten:

70g Löwenzahnblüten, gezupft
70g Bärlauchblüten, gezupft
3 Stangen Rhabarber, geschält
1 Birne
3 Zwiebel
1 Frühlingszwiebel
70g  getrocknete Aprikosen
1 Chilischote
1 Zehe Knoblauch
1EL Ingwer gerieben  
1TL Kurkuma gerieben
1EL Currypulver
Apfelessig nach Geschmack
100 ml Apfelsaft
1TL Salz
Rohrzucker nach Geschmack
Frischer Kerbel

Zubereitung

  • Birne, Zwiebeln, Knoblauch, Aprikosen, Rhabarber, Chilischote in gleich große Würfel schneiden.
  • Die gezupfte Löwenzahn- und Bärlauchblüten mit allen anderen Zutaten mischen.
  • In einem Topf 10 Minuten köcheln und danach 24 Stunden zugedeckt ziehen lassen.
  • Am nächsten Tag eine gute Stunde köcheln lassen, bis das Chutney die Konsistenz einer Marmelade hat.
  • Das Chutney in sterilisierte Gläser mit Schraubverschluss abfüllen und die Gläser verschließen. Drei Wochen stehen lassen, damit sich das Aroma gut entfalten kann.  

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Chutney kommt aus Indien und ist eine süß-sauer sowie eine scharf-pikante Sauce, die gerne zu Reis, Käse, Fleisch und Fischgerichten gereicht wird. Dabei ist es wichtig, eine gute Balance zwischen Süß- Sauer- Schärfe, Gewürzen und Kräutern zu bekommen. Es macht sehr viel Spaß, die Lebensmittel zu kombinieren, da ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt.                                                                                  

Ana Farago-Macht,  07.05.2020