Frauenkräuter – Kräuterwanderung am 15. August

Am 15. August (Mariä Himmelfahrt) beginnt traditionell ein Zeitraum, in dem Kräuter eine besondere Kraft entfalten sollen und es gibt den Brauch im Alpenraum, Kräutersträuße in einem Gottesdienst segnen zu lassen.
Dieses Jahr fiel dieser Tag (bei uns leider kein Feiertag…) nun auf einen Samstag, und so wollten Ana und ich gerne etwas Besonderes anbieten, nämlich ein Angebot exklusiv für Frauen zum Thema „Frauenkräuter“.

„Frauenkräuter“ sind Pflanzen, die besonders geeignet sind, den Organismus und die psychischen Befindlichkeiten von Frauen kraftvoll und heilsam zu unterstützen. Bei unserem Gang entlang der Hecken fanden wir unter anderem Ackerschachtelhalm, Schafgarbe, Rotklee, Beifuß, Hopfen und Misteln. Später, im Hof und in den Räumen des
Nabu-Zentrums „Alter Bahnhof“, entstanden aus Pflanzen unserer Kräutergärten ein Ölauszug, Tinkturen, Tee und natürlich auch ein Kräuterstrauß und Räucherbündel aus den typischen Frauenkräutern.
Mit den Ergebnissen der eigenen Arbeit und Anregungen für das Anwenden von Wildkräutern im Alltag gingen alle Teilnehmerinnen nach Hause.

Erdbeer-Holunderblüten-Kuchen

Vorbereitung:
Zuerst einen Mürbeteig- oder Biskuitboden vorbacken.

Zutaten:
6 Dolden Holunderblüten
250g Sahne
50g gemahlene Mandeln
1 Ei
½ Päckchen Vanillesoßen-Pulver
1 Päckchen Vanillezucker
500g Erdbeeren
1 Päckchen Tortenguss
2 Hände voll Holunderblüten

Füllung:
250ml Sahne mit 6 Dolden Holunderblüten (möglichst nur die Blüten)
einmal aufkochen und über Nacht kühl stehen lassen.
Ein Ei in die Holunderblütensahne mit den Mandeln, dem Vanillesoßenpulver und dem Vanillezucker verrühren.

Das Ganze auf den vorgebackenen Boden gießen und im vorgeheizten Backofen 170 Grad/Umluft zirka 20 Minuten backen und auskühlen lassen.

Die gesäuberten und getrockneten Erdbeeren auf dem Boden verteilen. Den Tortenguss mit den restlichen Holunderblüten einmal aufkochen lassen und über die Erdbeeren gießen.

Es ist  sehr wichtig, dass sowohl die Holunderblüten als auch die Beeren im gekochten Zustand verarbeitet werden, da diese sonst Verdauungsprobleme verursachen.

„Die Spargel-Erdbeeren-Holunderblüten Saison ist für mich die schönste Zeit im Jahr.“

Ana Farago-Macht

Holunder (Sambucus nigra)

In drei Wochen ist Mittsommernacht und der Holunderbaum ist in voller Blüte. Er lädt förmlich dazu ein, aus seinen Blüten etwas zuzubereiten.
Oft wächst er in der Nähe der Menschen, beschützt das Haus und ist Hausapotheke zugleich.
Aus den Blüten und später aus den Beeren lassen sich allerhand köstliche Speisen und Getränke zubereiten.

Rezept: Ein „etwas anderer“ Holunder-Sirup

Zutaten
20 Holunderblüten (Rotlaubiger-Schlitzholunder),
3l Wasser,
2 kg Zucker,
40 g Zitronensäure,
1 Biozitrone.

Zubereitung
Die Blüten von dem Stängel abzupfen und in 3l Wasser aufkochen.
24 Stunden an einem kühlen Ort stehen lassen, ab und zu umrühren. Anschließend den Sud filtern mit Zucker, Zitronensäure und den Zitronenscheiben aufkochen, in sterilisierte Flaschen abfüllen.

Dieser Sirup ist rosa, wie auf dem Bild deutlich zu sehen ist. Er schmeckt auch etwas anders als der bekanntere, gelbgrüne Sirup.

Genießen Sie ihn!
Ana Farago-Macht

Löwenzahn-Bärlauchblüten-Chutney

Zutaten:

70g Löwenzahnblüten, gezupft
70g Bärlauchblüten, gezupft
3 Stangen Rhabarber, geschält
1 Birne
3 Zwiebel
1 Frühlingszwiebel
70g  getrocknete Aprikosen
1 Chilischote
1 Zehe Knoblauch
1EL Ingwer gerieben  
1TL Kurkuma gerieben
1EL Currypulver
Apfelessig nach Geschmack
100 ml Apfelsaft
1TL Salz
Rohrzucker nach Geschmack
Frischer Kerbel

Zubereitung

  • Birne, Zwiebeln, Knoblauch, Aprikosen, Rhabarber, Chilischote in gleich große Würfel schneiden.
  • Die gezupfte Löwenzahn- und Bärlauchblüten mit allen anderen Zutaten mischen.
  • In einem Topf 10 Minuten köcheln und danach 24 Stunden zugedeckt ziehen lassen.
  • Am nächsten Tag eine gute Stunde köcheln lassen, bis das Chutney die Konsistenz einer Marmelade hat.
  • Das Chutney in sterilisierte Gläser mit Schraubverschluss abfüllen und die Gläser verschließen. Drei Wochen stehen lassen, damit sich das Aroma gut entfalten kann.  

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Chutney kommt aus Indien und ist eine süß-sauer sowie eine scharf-pikante Sauce, die gerne zu Reis, Käse, Fleisch und Fischgerichten gereicht wird. Dabei ist es wichtig, eine gute Balance zwischen Süß- Sauer- Schärfe, Gewürzen und Kräutern zu bekommen. Es macht sehr viel Spaß, die Lebensmittel zu kombinieren, da ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt.                                                                                  

Ana Farago-Macht,  07.05.2020

Neues Frühlingsrezept

Mit Kochen und neuen Rezepten trotze ich der schwierigen Zeit!

Sogar die Starköchin Sarah Wiener berichtet, wie gesund die Vogelmiere ist. Diese Pflanze aus der Familie der Nelkengewächse schmeckt leicht nach Erbsen, enthält sehr viel Chlorophyll, Vitamin C und Phosphor. Dadurch gehört sie zu den blutreinigenden und mineralischen Wildpflanzen. – Hier ein Rezept, inspiriert von der Zeitschrift Essen und Trinken:

Wildkräuter-Tarte

Mürbeteig:
250g Mehl
100g Zucker
1Ei
170g weiche Butter
1 Prise Salz
40g gemahlene Mandeln

Zuerst das Ei mit dem Zucker und der Butter schaumig schlagen, dann das Mehl, Salz und Mandeln dazugeben und rasch zu einem Teig verarbeiten. In Frischhaltefolie 30 Minuten kalt stellen. Anschließend den Teig ausrollen,  in eine eingefettete Form einarbeiten, mehrmals mit einer Gabel einstechen und im vorgeheizten (Ober-/Unterhitze ca. 200 Grad, Umluft 180 Grad) 12 Minuten backen. Danach auskühlen lassen und für 1 Stunde ins Gefrierfach stellen. So bekommt man den Boden besser aus der Form.

Belag:
20g Vogelmiere, Giersch und Sauerampfer
20g Basilikum
4 Eigelb
40g Speisestärke
50ml Milch
60g Zucker
1 Prise Tonkabohne, 1 Prise Kardamom, 1 Vanilleschote, 1 Prise Salz

Die Kräuter waschen und in Salzwasser 5 Sekunden blanchieren, abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken, gut ausdrücken und in 50ml Milch sehr fein pürieren.

Die restliche Milch mit der ausgekratzten Vanilleschote, Zucker, Tonkabohne, Kardamom und Salz aufkochen.

Die Eigelbe aufschlagen, die Stärke mit etwas kaltem Wasser glatt verrühren und zu der Eigelbmasse geben.

Die pürieren Kräuter und die Eigelbmasse in die kochende Milch rühren und die Vanilleschote entfernen. Die Creme aufkochen lassen, auf den Boden gießen und über Nacht kalt stellen.

Am nächsten Tag die Tarte mit Beeren und Veilchen dekorieren und mit Puderzucker bestäuben; sie kann auch mit anderen Kreationen (Schokolade, Nüssen oder Krokant) dekoriert werden.

Guten Appetit!

Löwenzahngelee

Im Moment blüht überall der Löwenzahn und das Wetter ist trocken, ideale Bedingungen für die Herstellung eines Gelees aus Löwenzahnblüten. Es gibt viele Rezepte dafür, ich mache es meist so:

  1. Sammeln der Blüten (Bild 1): In ein Sieb oder einen Korb sammle ich die Blüten so um die Mittagszeit, wenn sie richtig trocken sind. Ich nehme mir dafür Zeit und zupfe die Blütenblättchen gleich vom Boden des Blütenkorbs ab.

  2. Ansatz (Bild 2 ): Ich fülle die Blüten in ein Kochgefäß, ohne sie zu waschen und bedecke sie mit naturtrübem Apfelsaft, gebe dazu Zitronenscheiben und in diesem Fall ein Stück einer Vanilleschote. Das lasse ich in der Küche über Nacht stehen und wenn ich da vorbei komme, rühre ich den Ansatz um.

  3. Am nächsten Morgen wird alles erhitzt, aber nicht gekocht. Das mache ich so dreimal über den Vormittag verteilt. Dann wird abgesiebt, die Blüten gut ausgedrückt, die genaue Menge festgestellt und die gleiche Menge Gelierzucker dazugegeben (Bild 3).

  4. Gläser und Deckel vorbereiten.

  5. Unter ständigem Rühren aufkochen, probieren, ob die Säure stimmt und ggf. Zitronensaft zugeben und solange köcheln lassen, bis alles anfängt zu gelieren.

  6. Heiß abfüllen, verschließen und abkühlen lassen (Bild 4). Etikettieren!

    Varianten sind natürlich möglich: Orangen verwenden, andere Gewürze, statt Gelierzucker mit anderem Süßungsmittel einen Sirup herstellen, noch andere Blüten dazugeben, die Blüten drinlassen…

Löwenzahnblütenparfait

(Rezept für 6 Personen)

Zutaten:
100g Zucker
5 Eigelb
4 EL Löwenzahnhonig
Etwas Zitronensaft und abgeriebene Orangenschale
4 EL Orangenlikör
1 Vanilleschote
1 Vanillezucker
500 ml süße Sahne
Etwas geriebene Bitterschokolade
80 g gut gereinigte Löwenzahnblüten

Zubereitung:
Zuerst die Eigelb so lange rühren, bis sie eine weiß-gelbe Farbe annehmen. Dann mit dem Zucker, Vanillezucker und ausgekratzter Vanilleschote zu einer hellen Creme schlagen. Löwenzahnhonig, Zitronensaft, Orangenschale und
Orangenlikör verrühren. Die Sahne steif schlagen und die Löwenzahnblüten zusammen unter die Masse ziehen.

In eine Form füllen, mit Schokolade bestreuen.
Über Nacht ins Gefrierfach stellen und ca. 1 Stunde vor dem Essen in
den Kühlschrank stellen.