Mittsommer und Holunderblüten

Hungen, Trais-Horloff, 22.06.2024

Wir hatten es uns so schön vorgestellt: sommerliche Temperaturen, draußen speisen und ums Feuer sitzen… ja, nun, als es losgehen sollte, kam ein ordentlicher Regenguss vom Himmel. Improvisation ist alles: also zogen wir die Vorspeise vor und erzählten dabei über die Bedeutung von Mittsommer im Jahreskreis anhand eines Mittsommerbuschens, also eines traditionellen Straußes mit Johanniskraut, Beifuß, Mädesüß, Rose, Kamille, Brennnessel, Giersch, Karde, Beinwell, Linde, Eiche, Weißdorn, Getreide, Ringelblume und Gundelrebe.

Als der Regen Pause machte, brachen  wir zu unserem Rundgang auf. Viele der typischen Mittsommer-Pflanzen konnten wir auf unserem Weg entdecken. Und am Ende sind wir doch nochmal nass geworden. Zurück im NABU-Zentrum „Alter Bahnhof“ in Trais-Horloff, setzten wir unser Essen fort.

Der Hauptgang war Rote Bete-Couscous (Rezept im Archiv) mit Chimichurri und Tofu-Päckchen. Und den krönenden Abschluss bildeten marinierte Erdbeeren mit gebackenen Holunderblüten. Zum Abschluss gab es noch etwas Theorie: Die Bedeutung und die Anwendungsmöglichkeiten von Holunderblüten.

Das Feuer haben wir uns geschenkt, es war zu nass. Typisch 2024 eben.

Wald in der Küche

(Hungen, 01.06.2024) Es gab Turbulenzen, nicht nur was das Wetter anging, auch bei den Angemeldeten, so dass wir uns mit einer recht kleinen Gruppe  auf den Weg in den Wald machten. Egal, die Stimmung war trotz Getröpfel heiter.

Es ging bei unserer Exkursion um den Wald als Lebensgemeinschaft und um die Möglichkeiten, die Waldbäume und Sträucher im Wald und am Waldrand uns für Genuss und Wohlbefinden bieten. Die Linde als wichtiger Nahrungsbaum spielte eine herausragende Rolle (der Geschmack des Blatts fand gleich Anklang), ebenso die Buche, die Walnuss und verschiedene Nadelbäume, wie Fichte, Kiefer und Lärche. Testen konnte man auch schon mal den Geschmack der Wildkirschen.

Zurück im NABU-Zentrum gab es als Vorspeise warmes Baguette mit Pesto aus Hopfensprossen und Butter mit Fichtenspitzen. Es folgten Grüne Pfannkuchen ( mit Lindenblättermehl ), gefüllt mit Süßkartoffeln und Tomatensauce dazu. Als Nachtisch Schokoladenparfait mit schaumiger Fichtenspitzensauce.

Außerdem stellten wir diverse Produkte aus unserer „Waldcuisine“ dieses Frühjahrs vor: Fichtenspitzen in Honig und in Öl, Douglasienzapfen in Alkohol, Lärchenzapfen in Honig, Lindenblättermehl, Waldmeisterextrakt etc.

Wir hatten einen interessanten Nachmittag mit regem Austausch und umwerfendem Essen!

Bärlauch! «Spezial» am 04.05.24 im NABU-Zentrum „Alter Bahnhof“ Trais-Horloff

Sehr speziell waren auch die Aromen, die schon bei der Vorbereitung unseres Bärlauch-Events durch die Räume zogen. Erst aber kamen zum Einstieg ins Thema ein wenig Theorie und Anschauungsunterricht: wir hatten die wichtigsten „Bärlauch-Verwechsler“ dabei, um den Teilnehmenden in natura zu zeigen, worauf beim Sammeln zu achten ist.

Wir hatten eine komplette Bärlauchpflanze im Wasserglas und daneben Maiglöckchen und Aaronstab im Topf. Die Herbstzeitlose, die momentan auf den Wiesen zu sehen ist, aber auch schon mal ins Gebüsch ausweicht, gab es dann auf unserer Tour durch die Steinheimer Streuobstwiesen zu studieren.

Nach unserer Rückkehr gab es erste Produkte mit bzw. aus Bärlauch zu verkosten: zu Baguette gab es Bärlauchbutter, Bärlauchblüten-Pesto, eingelegte Knospen und Zwiebeln, sowie Bärlauch-Kimchi. Außerdem erläuterten wir, wie man Öl, Essig und Sole mit Bärlauch herstellt und in der Küche als Würze einsetzt.

Der Hauptgang war ein zartgrünes Bärlauchrisotto. Die Zeit, in der der Risottoreis garte, nutzten wir, um auch ganz allgemein die Vorzüge von Wildpflanzen in der täglichen Ernährung zu beleuchten. Nur im Nachtisch war kein Bärlauch: Es gab ein köstliches Parfait, marmoriert mit einer Vogelmierencreme und Himbeermark, garniert mit Früchten und Blüten.

Schade, dass die Bärlauch-Saison schon fast vorbei ist!

Meet5 zu Gast bei Kraut&Kochen

Letzten Samstag gab es einen Termin exklusiv für eine Gruppe von meet5. Wem das auf Anhieb nichts sagt, mag einfach mal recherchieren! Jedenfalls waren alle sehr gut gelaunt und sehr motiviert, sich mit dem Thema „gesunder Start in den Frühling“ zu befassen. Und wir starteten mit Bewegung!

Bei prächtigem Wetter und fast schon sommerlichen Temperaturen gingen wir Richtung „Kalter Rain“. Die Blütenpracht der Streuobstwiesen, das saftige Grün der Wiesen… ein großartiger Rahmen für das Thema. Niemand hatte Berührungsängste, die von uns erklärten Wildkräuter gleich mal zu verkosten, quasi „von der Hand in den Mund“. Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich und Brennnessel (für Mutige ) wurden so vorgestellt. Auch bei den Kirschblüten und Birkenblättern wurde genascht, überraschende Geschmacksnoten für den Gaumen.

Nach der Rückkehr ins NABU-Zentrum „Alter Bahnhof“ hatten alle Appetit bekommen: als Vorspeise ein Filo-Schiffchen mit Wildkräuter-Edamame Füllung, gefolgt von der klassischen und basischen Neun-Kräuter-Suppe mit Bärlauch-Pesto und danach zum Abschluss eine  Englische Creme mit Gundermann in Schokolade und Blütengarnitur.

Als Getränk gab es die erste Wiesenlimonade der Saison mit viel Giersch und Zitrone, wer wollte konnte auch noch rosa Brennnessel-Sirup verkosten.

Ein wunderschöner Nachmittag!
Ana und ich sagen vielen Dank, auch für‘s gemeinsame Aufräumen !

Veganer Möhrenkuchen mit Veilchen

Teig

350 g geraspelte Möhren
250 g Dinkelmehl
100 g brauner Zucker
200 g gemahlene Walnüsse
2 Tl Backpulver
1 Tl Natron
1 Tl gemahlener Zimt
1 Tl gemahlene Tonkabohne
1 halber Tl Muskatnuss
1 Prise Salz
1 El Apfelessig
140 mg neutrales Öl
200 g Apfelmus

Belag

200 g Sojajogurt
2 P. Vanillezucker
200 g Mandelplättchen
2 El brauner Zucker
1 El neutrales Öl
1 Handvoll Veilchen

Zucker, Mehl, Walnüsse, Natron, Backpulver, Zimt, Tonkabohne, Muskat und Salz in einer Schüssel verrühren. Zu der Masse Essig, Öl und Apfelmus sowie geraspelte Möhren hinzugeben und verkneten. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig auf dem Backblech verteilen und im Backofen (Umluft 160 Grad) 30- 40 Minuten backen.

Sojajogurt mit dem Vanillezucker verrühren und auf den ausgekühlten Kuchen streichen. Die Mandelblättchen mit dem Öl und dem Zucker anrösten, auf den mit Jogurt bestrichenen Kuchen verteilen.

Zum Schluss den Kuchen mit den Veilchen dekorieren.