Johanniskraut und die Sommerheilkräuter

Zu unserer Veranstaltung am 24. Juli

Im Sommer, wenn die Tage lang sind und die Temperaturen steigen, erlangen viele Pflanzen einen Zustand, der sie heilende Kräfte entfalten lässt. In dieser Jahreszeit können wir viel für unser Wohlbefinden tun: zu allererst natürlich, dadurch, dass wir den Anblick und den Duft mit offenem Herzen genießen.

Wir können Blüten und erste Früchte in Getränken und Speisen zu uns nehmen und dann können wir auch, wenn eine Pflanze reichlich vorhanden ist, etwas für unsere Vorräte sammeln, trocknen, oder in Salz, Öl, Essig weiterverarbeiten. Oder, wie Ana und ich das am 24. Juli bei „Johanniskraut und die Sommerheilkräuter“ zeigen wollen, eine pflegende Salbe herstellen.

Damit wollen wir auch um 16 Uhr gleich beginnen, damit sie Zeit hat, während wir unseren Spaziergang machen, auszukühlen. Wenn wir zurückkommen, gibt es die Möglichkeit, aus einer Anzahl von wirksamen Pflanzen eine sommerliche, entspannende Teemischung nach eigenen Geschmacksvorlieben herzustellen. Mit dem Genuss einer grünen Gazpacho und einer frischen Limonadenvariation beschließen wir den Nachmittag.

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Holunderjuni – Impressionen

Der Holunder war das Thema am 26. Juni bei unserer ersten Veranstaltung in diesem Jahr.

16 Interessentinnen waren gekommen und gruppierten sich um den Blütenkranz, den Ana auf dem Boden arrangiert hatte. Die Blütenlimonade erfrischte uns alle an diesem heißen Tag . Ana richtete, während alle das kühle Getränk genossen, schon die Holunder-Blinis mit der Rhabarber-Creme an. Ich erzählte während dessen von der Bedeutung des Holunder-Strauchs für unsere Vorfahren, nicht nur als Lieferant für Nahrung und Heilmittel, sondern als Wohnstatt für die Seelen der Ahnen, der Elementar- und Hofgeister, sowie die Bedeutung von „Frau Holle“ als wichtige Gottheit im keltisch-germanischen Raum (Literaturhinweis: Wolf-Dieter Storl, Pflanzen der Kelten, AT Verlag).

Ana wies dann auf die Inhaltsstoffe der Blüten und der Beeren hin und darauf, was wir damit in der Küche und zur Unterstützung unseres Wohlbefindens tun können. Der Holunderblüten-Essig wurde angesetzt und abschließend brachen wir auf, gingen an der Horloff entlang und staunten über die Pflanzenvielfalt an einem Blühacker mit Kamillenarten, Klette, Fenchel, Wilde Möhre, Malve usw.

Es war uns eine große Freude!
Ana und Renate

Offene Lasagne mit wildem Hopfen

8 Lasagneblätter nach Packungsangabe in Salzwasser garen

2 Hände voll Hopfentriebe (die oberen 20 cm) in etwas Butter zwei Minuten lang dünsten

3 rote Zwiebeln in Ringe schneiden

8 braune Champignons in Scheiben schneiden

8 Cocktailtomaten halbieren

1 Knoblauchzehe pressen

Zusammen in Olivenöl anschwitzen, mit Salz und Pfeffer würzen.

100 g Parmesan, gerieben

Etwas aufgeschäumte Milch

Béchamelsauce: 50  g Butter mit 25 g Mehl anschwitzen mit 250 ml Milch ablöschen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Die Sauce mit einem Schneebesen 5 Minuten unter Rühren aufkochen bis sie sämig wird.

Lasagneblätter in eine gebutterte Form legen, mit ein paar Champignons, Zwiebeln und Tomaten belegen und mit einigen Hopfensprossen versehen.

Béchamelsauce und etwas geriebenen Parmesan darauf verteilen.

Zutaten weiter schichten bis man einen Stapel von 4 Lasagneblättern hat.

Die letzte Schicht mit Pilzen, Tomaten und Hopfentrieben obenauf legen, mit Parmesan und Béchamelsauce beträufeln.

Lasagne im vorgeheizten Ofen (Heißluft) bei 200 Grad 20 Minuten backen.

Die Milch aufschäumen und auf die fertige Lasagne geben.


Guten Appetit!

Hungen, 12.04.2021
Ana Farago-Macht


Wilder Hopfen (Humulus lupulus)

– gehört zur Familie der Hanfgewächse.

Wildwachsenden Hopfen findet man an Flussufern und Waldrändern. Er mag nährstoffreiche, feuchte und schattige Böden, wo er sich um Bäume und Büsche emporrankt. Hopfentriebe können jetzt im Frühjahr gesammelt werden. Sie schmecken wie wilder Spargel und sind selten auf dem Markt zubekommen. – Eine echte Delikatesse!

Inhaltsstoffe: Mineralstoffe, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Eiweiß.
Eigenschaften: blutreinigend, beruhigend, entzündungshemmend.

Der Vorfrühling ist da!

Die ersten Blumenboten sind am Start, Schneeglöckchen, Krokusse, aber auch Hasel und Erle. Die Bienen sind aus dem Winterschlaf erwacht und suchen die erste Nahrung…

Hasel

Die Hasel (Corylus avellana) ist eine einhäusige Pflanze, die männlichen Kätzchen und die unscheinbaren aber recht hübschen weiblichen Blüten befinden sich am selben Strauch. Knospen, Blüten und junge Blätter sind sehr aromatisch und enthalten viele Vitamine (A, B1, B2 und C), Mineralien (Eisen, Magnesium, Kalzium) sowie Öle, Tannine, Proteine und Gerbsäure.

Ein Tee aus den Kätzchen hat eine schweißtreibende,  fiebersenkende und vitalisierende Wirkung –  das richtige Getränk bei einer Erkältung im beginnenden Vorfrühling!

Zubereitung:
8 Haselnusskätzchen mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Wichtiger Hinweis:
Menschen mit Allergien sollten es nicht ausprobieren!
Die Kätzchen für den Tee sollten eine gelbe Farbe haben.

Erlenmakronen

100g Kokosblütenzucker mit einem Ei schaumig schlagen.
100g Sonnenblumenkerne und 30g kleingeschnittene Erlenkätzchen in die Masse rühren. Auf ein Backblech mit Backpapier kleine Klekse häufen und bei 160 Grad (Umluft) 25 Minuten backen.

  • Eine schmackhafte und gesunde Köstlichkeit für zwischendurch!

„Wald-Öl“

Im letzten Herbst, Ende Oktober, habe ich an einem schönen und trockenen Tag im Wald Fichtenzapfen und -nadeln, sowie Douglasiennadeln gesammelt. Rosmarinzweige hatte ich aus dem Garten und alles zusammen kam in ein Glas mit Olivenöl. Da ruhte es bis vor ein paar Tagen und ich hatte vor, dieses Öl zur Gelenkmassage zu verwenden. Ich siebte also ab und der Geruch nach „Wald“ war so deutlich und angenehm, und mir lief dermaßen das Wasser im Mund zusammen, dass ich jetzt beschlossen habe, diese Flasche nicht ins Bad sondern in die Küche zu stellen. Es wird sehr bald Pasta mit Pilzen, Möhren und Waldöl geben…

Das ist übrigens der Vorteil, wenn man dem Grundsatz folgt, Körperpflege nur mit Komponenten zu verwenden, die man auch essen könnte. Normalerweise ist damit die völlige Abwesenheit von Konservierungsstoffen, synth. Farbstoffen etc. gemeint. Aber hier ist mal so: ich pflege quasi meine Gelenke von innen!

Anmerkung: zur Nachahmung nur empfohlen, wenn man sicher ist, keine giftige Eibe vor sich zu haben!


Linzer-Torte mit Schlehenkompott

Für das Kompott:
600g Schlehen
150g Zucker
50ml Rotwein
50ml Portwein
Sternanis, Zimtpulver, Kardamom, Piment, Orangenschale, Nelkenpulver, Ingwer (gerieben), Muskatnuss, 1 Glas Amarenakirschen (gute Prise von allen Gewürzen).

Zubereitung:
Zuerst die Schlehen mit Zucker und den Gewürzen, dem Rotwein und Portwein zirka eine halbe Stunde köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

Durch die „Flotte Lotte“ passieren, die Amarenakirschen mit dem Saft zum Schlehenkompott hinzugeben und dicklich einkochen lassen, bis dieses die Konsistenz einer Marmelade hat.

Einen Mürbeteig herstellen (dazu hat fast jeder ein Familienrezept).

Eine Springform ausbuttern, den Teig zu einem Drittel ausrollen und in die Springform flach einarbeiten. Einen Rand (1 cm hoch) ziehen und mit dem ausgekühlten Kompott bestreichen.

Den restlichen Teig in 2 cm dicke Streifen schneiden und damit das Kompott in Gitterform belegen. Die Torte mit einem verquirlten Ei bestreichen und in einem vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Ober-/Unterhitze 40 bis 50 Minuten backen. Die Torte auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Servieren und genießen:
Kühl geschlagene Sahne dazu ist ein Genuss! – Diese Torte haben wir unseren Gästen am offenen Feuer serviert. Sie wurde mit lautem „Mmhhh lecker!“ verkostet.


Liebe Kräutermenschen!

Von diesem Jahr ist auf dem Kalender nicht mehr viel übrig. Und was für ein Jahr war das! Ich erinnere mich an unsere Pläne für die neue Saison, den neuen Flyer, wie wir das alles organisieren wollten, Veranstaltungen, eigene Weiterbildungen, Exkursionen, neue Wege usw…

Wir freuten uns sehr, dass schon im Februar und März lebhaft gebucht wurde. Dann kam der Lockdown und wir sagten Termine wieder ab, erst mal drei. Vorsichtige Öffnung Ende Mai. Nach einigen Gesprächen mit dem Gesundheitsamt erfolgte eine Planänderung: einiges ging, wie zusammen wandern in kleiner Gruppe – anderes nicht, wie zusammen kochen und essen in geschlossenen Räumen. Bis Oktober immerhin haben wir uns dann ein paarmal mit Kräuterbegeisterten treffen können. Ausgerechnet das Angebot, das wir letztes Jahr neu erfunden und „alle Jahre wieder“ genannt hatten, konnte dieses Jahr nicht „wieder“ stattfinden.

Wir wollen jedoch nicht klagen. Auf dem Land zu leben hat uns schon immer gefallen, unter diesen Umständen war und ist es ein Segen. Die Möglichkeiten, sich im Garten, in Feld und Wald zu bewegen, sind gar nicht genug zu würdigen. Und das wird auch im bevorstehenden Winter unser „Schatz“ sein.

Und natürlich folgen wir der alten Weisheit: „gut essen und trinken hält Leib und Seele zusammen“. Damit uns da nicht langweilig wird, probieren wir momentan einiges Neue aus. Daran lassen wir euch natürlich teilhaben. Und so findet ihr hier immer mal ungewöhnliche Rezepte aus Garten, Feld und Wald. Es lohnt sich natürlich auch in den alten Rezepten mal zu stöbern.

Was wir dieses Jahr nicht machen, ist, bereits neue Termine für 2021 bekannt zu geben. Ana und ich wollen erstmal abwarten, wie die Dinge sich über den Winter entwickeln. Wir haben aber schon einige Ideen zu unseren Veranstaltungen im neuen Jahr:
• 9-WildKräuter für eine Grüne Sauce
• Holunder – ein Termin, bei dem es nur um den “Hollerbusch“ gehen soll, ein Holunderbeeren-Tiramisu ist geplant!
• Essbare Baumblätter
• Kreatives aus und mit Pflanzen z.B. Pflanzentinte oder -farben.

Wenn und sobald es möglich ist, werden wir hier und in einer Rundmail informieren.

Wir bedanken uns bei Euch Kräutermenschen für Euer Interesse und für die schönen gemeinsamen Stunden. Allen, die uns hier besuchen, wünschen wir eine gesunde Winterzeit!

Ana+Renate