Seit 2016 laden die Kräuterfrauen Ana Farago-Macht und Renate Hecht regelmäßig zu Workshops, Wanderungen und leckeren Speisen aus Wildkräutern ein und präsentieren appetitliche Rezepte. – Herzliche Glückwünsche für die kommenden Jahre!
Johanniskraut und die Sommerheilkräuter
Zu unserer Veranstaltung am 24. Juli

Im Sommer, wenn die Tage lang sind und die Temperaturen steigen, erlangen viele Pflanzen einen Zustand, der sie heilende Kräfte entfalten lässt. In dieser Jahreszeit können wir viel für unser Wohlbefinden tun: zu allererst natürlich, dadurch, dass wir den Anblick und den Duft mit offenem Herzen genießen.
Wir können Blüten und erste Früchte in Getränken und Speisen zu uns nehmen und dann können wir auch, wenn eine Pflanze reichlich vorhanden ist, etwas für unsere Vorräte sammeln, trocknen, oder in Salz, Öl, Essig weiterverarbeiten. Oder, wie Ana und ich das am 24. Juli bei „Johanniskraut und die Sommerheilkräuter“ zeigen wollen, eine pflegende Salbe herstellen.
Damit wollen wir auch um 16 Uhr gleich beginnen, damit sie Zeit hat, während wir unseren Spaziergang machen, auszukühlen. Wenn wir zurückkommen, gibt es die Möglichkeit, aus einer Anzahl von wirksamen Pflanzen eine sommerliche, entspannende Teemischung nach eigenen Geschmacksvorlieben herzustellen. Mit dem Genuss einer grünen Gazpacho und einer frischen Limonadenvariation beschließen wir den Nachmittag.
Holunderjuni – Impressionen
Der Holunder war das Thema am 26. Juni bei unserer ersten Veranstaltung in diesem Jahr.
16 Interessentinnen waren gekommen und gruppierten sich um den Blütenkranz, den Ana auf dem Boden arrangiert hatte. Die Blütenlimonade erfrischte uns alle an diesem heißen Tag . Ana richtete, während alle das kühle Getränk genossen, schon die Holunder-Blinis mit der Rhabarber-Creme an. Ich erzählte während dessen von der Bedeutung des Holunder-Strauchs für unsere Vorfahren, nicht nur als Lieferant für Nahrung und Heilmittel, sondern als Wohnstatt für die Seelen der Ahnen, der Elementar- und Hofgeister, sowie die Bedeutung von „Frau Holle“ als wichtige Gottheit im keltisch-germanischen Raum (Literaturhinweis: Wolf-Dieter Storl, Pflanzen der Kelten, AT Verlag).
Ana wies dann auf die Inhaltsstoffe der Blüten und der Beeren hin und darauf, was wir damit in der Küche und zur Unterstützung unseres Wohlbefindens tun können. Der Holunderblüten-Essig wurde angesetzt und abschließend brachen wir auf, gingen an der Horloff entlang und staunten über die Pflanzenvielfalt an einem Blühacker mit Kamillenarten, Klette, Fenchel, Wilde Möhre, Malve usw.
Es war uns eine große Freude!
Ana und Renate
Offene Lasagne mit wildem Hopfen
8 Lasagneblätter nach Packungsangabe in Salzwasser garen
2 Hände voll Hopfentriebe (die oberen 20 cm) in etwas Butter zwei Minuten lang dünsten
3 rote Zwiebeln in Ringe schneiden
8 braune Champignons in Scheiben schneiden
8 Cocktailtomaten halbieren
1 Knoblauchzehe pressen
Zusammen in Olivenöl anschwitzen, mit Salz und Pfeffer würzen.
100 g Parmesan, gerieben
Etwas aufgeschäumte Milch
Béchamelsauce: 50 g Butter mit 25 g Mehl anschwitzen mit 250 ml Milch ablöschen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Die Sauce mit einem Schneebesen 5 Minuten unter Rühren aufkochen bis sie sämig wird.
Lasagneblätter in eine gebutterte Form legen, mit ein paar Champignons, Zwiebeln und Tomaten belegen und mit einigen Hopfensprossen versehen.
Béchamelsauce und etwas geriebenen Parmesan darauf verteilen.
Zutaten weiter schichten bis man einen Stapel von 4 Lasagneblättern hat.
Die letzte Schicht mit Pilzen, Tomaten und Hopfentrieben obenauf legen, mit Parmesan und Béchamelsauce beträufeln.
Lasagne im vorgeheizten Ofen (Heißluft) bei 200 Grad 20 Minuten backen.
Die Milch aufschäumen und auf die fertige Lasagne geben.
Guten Appetit!
Hungen, 12.04.2021
Ana Farago-Macht
Wilder Hopfen (Humulus lupulus)
– gehört zur Familie der Hanfgewächse.
Wildwachsenden Hopfen findet man an Flussufern und Waldrändern. Er mag nährstoffreiche, feuchte und schattige Böden, wo er sich um Bäume und Büsche emporrankt. Hopfentriebe können jetzt im Frühjahr gesammelt werden. Sie schmecken wie wilder Spargel und sind selten auf dem Markt zubekommen. – Eine echte Delikatesse!
Inhaltsstoffe: Mineralstoffe, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Eiweiß.
Eigenschaften: blutreinigend, beruhigend, entzündungshemmend.
Der Vorfrühling ist da!
Die ersten Blumenboten sind am Start, Schneeglöckchen, Krokusse, aber auch Hasel und Erle. Die Bienen sind aus dem Winterschlaf erwacht und suchen die erste Nahrung…
Hasel
Die Hasel (Corylus avellana) ist eine einhäusige Pflanze, die männlichen Kätzchen und die unscheinbaren aber recht hübschen weiblichen Blüten befinden sich am selben Strauch. Knospen, Blüten und junge Blätter sind sehr aromatisch und enthalten viele Vitamine (A, B1, B2 und C), Mineralien (Eisen, Magnesium, Kalzium) sowie Öle, Tannine, Proteine und Gerbsäure.
Ein Tee aus den Kätzchen hat eine schweißtreibende, fiebersenkende und vitalisierende Wirkung – das richtige Getränk bei einer Erkältung im beginnenden Vorfrühling!
Zubereitung:
8 Haselnusskätzchen mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
Wichtiger Hinweis:
Menschen mit Allergien sollten es nicht ausprobieren!
Die Kätzchen für den Tee sollten eine gelbe Farbe haben.
Erlenmakronen
100g Kokosblütenzucker mit einem Ei schaumig schlagen.
100g Sonnenblumenkerne und 30g kleingeschnittene Erlenkätzchen in die Masse rühren. Auf ein Backblech mit Backpapier kleine Klekse häufen und bei 160 Grad (Umluft) 25 Minuten backen.
- Eine schmackhafte und gesunde Köstlichkeit für zwischendurch!
















