Frühlingserwachen der besonderen Art

Am Samstag, den 2. April waren wir bei Blumen+Garten Volz in Lich eingeladen, um einen Kräuterspaziergang mit Kund:innen zu unternehmen. Bei unserer Vorbegehung herrschte noch schönster Sonnenschein, aber der April brachte Schnee und Kälte mit sich.
Nichts, was uns abhalten würde und 12 Tapfere auch nicht. Erst gab es mal einen kleine Verkostung: Ana hatte aus Blätterteig, Bärlauch und etwas Käse kleine Köstlichkeiten vorbereitet, die direkt aus der Hand verkostet wurden.

Wir machten uns auf den Weg und befreiten die Wildkräuter, die wir vorstellen wollten, vom Schnee. Darunter waren Spitzwegerich, Mittlerer Wegerich, Wiesenlabkraut, Gänseblümchen, Giersch und Brennnessel.

Dass gewissermaßen auch Sträucher zu den Wildkräutern gehören, zumindest hinsichtlich ihrer Verwendung für Genuss und Wohlbefinden, zeigten wir an Schlehen und Weißdorn. Die Knospen und zarten jungen Blätter schmecken köstlich, was auch alle, die daran knabberten, bestätigt haben.

An einer besonderen Stelle fanden wir auch die Schlüsselblume im Schnee wieder; natürlich eher etwas für den eigenen Garten, da sie geschützt ist. Auch eine wilde Fetthenne und – gegen Ende der Runde – noch das wunderschöne Lungenkraut konnten wir unseren aufmerksamen Begleiter:innen vorstellen.

Wir danken für die Einladung!
– Alle Fotos von Ulrike Ziehl, auch dafür vielen Dank!

Renate + Ana

Erste Gruppe der Saison 2022: Die Fitnessgruppe des Radfahrvereins Inheiden

Wir  hatten ein wenig gebangt. Ist es nicht zu kalt? Regnet oder schneit es? Können wir uns überhaupt treffen? – Schon seit letzter Woche zeichnete sich aber ab, dass wir bestes Wetter haben würden, und da sich alles draußen abspielen sollte, würden wir keine Schwierigkeiten haben und konnten uns so einfach auf unseren Saisonauftakt freuen.

Unser Treffpunkt für die Teilnehmer:innen, die von der Organisatorin Katja Sadler mit der Kräuterwanderung überrascht wurden, war auf dem Parkplatz bei den Drei Teichen in Hungen. Nachdem sich alle begrüßt hatten, begaben wir uns direkt zur Anglerhütte (vielen Dank, lieber Angelverein Hungen!).

Dort, im lichten Halbschatten, auf einem Tisch der Sitzgruppe direkt am Wasser, hatten Ana und ich bereits ein Picknick vorbereitet: Mit viel Rohkost und Wildkräuterquark zum Dippen, einer Wildkräuter-Kartoffel-Pie, feinen grünen Kräuterpfannkuchen (mit farblich kontrastierender Süßkartoffel-Füllung), Brennnessel-Muffins (für die ich mich entschuldigen möchte, weil sie aus irgendeinem Grund nicht aufgegangen sind) und einen Apfel-Holunder-Kuchen mit Sahne.

Eines der Getränke war durchaus ungewöhnlich: Ein kalter Auszug aus Fichte und Ingwer. Gleich erinnerten sich einige Teilnehmer:innen an frühere Zeiten, als sie, damals noch Kinder, mit schmutzigen Händen Sauerampfer von der Wiese aßen, oder dass man ihnen beigebracht hatte, Blüten solle man nicht essen. Jedenfalls waren wir so direkt im Thema Gesundes Essen mit viel Chlorophyll – also: Grünzeug!

Die Picknickreste wurden verstaut, und wir machten uns durch den noch lichten Wald auf unsere Entdeckungsrunde. Wichtige Wildkräuter am Wegesrand konnten wir besprechen: Löwenzahn, Brennnesseln, Gänseblümchen, Giersch und Knoblauchrauke; genauso wichtig die Frage: Wo kann man sammeln – und wo auf keinen Fall?

Bei der Abschlussrunde – zurück auf dem Parkplatz – wurde lobend hervorgehoben, dass wir Pflanzen ausgewählt hatten, die alle eigentlich schon kennen, jedoch bisher nicht so beachtet hatten. Also stehen jetzt die Chancen auf künftig mehr „wilden“ Genuss in der Küche der Sportler:innen gar nicht so schlecht…

Den Herbst genießen

Zum Abschluss dieser Saison möchten Ana und ich euch zum „Herbtsgenuss“ einladen.   Wir genießen die Fülle, die uns Garten und Natur bieten und schwelgen in  Farben und Düften der herbstlichen Jahreszeit.

Beginnen werden wir mit einem fruchtigen Holunder-Punsch zu würzigen Dinkel-Plätzchen und Löwenzahnwurzel-Konfekt. Ihr stellt euch selbst einen herbstlichen Tee zusammen und mörsert ein pikantes Beifuß-Salbei-Salz, das vielseitig in der herbstlichen Küche einzusetzen ist.

Eine kurze Exkursion rund um den Wingerts-Berg führt uns an Hecken vorbei, die uns Beeren und Früchte zeigen. Und zum Abschluss muss es natürlich ein schöner dampfender Eintopf sein.

Wann?
Sonntag, 17. Oktober 2021, 13-15.30 Uhr, 30.- € pro Person im NABU-Zentrum „Alter Bahnhof“, Trais-Horloff (35410 Hungen)

Anmeldungen gerne ab sofort über das Kontaktformular oder via Telefon!

Johanniskraut und die Sommerheilkräuter

Zu unserer Veranstaltung am 24. Juli

Im Sommer, wenn die Tage lang sind und die Temperaturen steigen, erlangen viele Pflanzen einen Zustand, der sie heilende Kräfte entfalten lässt. In dieser Jahreszeit können wir viel für unser Wohlbefinden tun: zu allererst natürlich, dadurch, dass wir den Anblick und den Duft mit offenem Herzen genießen.

Wir können Blüten und erste Früchte in Getränken und Speisen zu uns nehmen und dann können wir auch, wenn eine Pflanze reichlich vorhanden ist, etwas für unsere Vorräte sammeln, trocknen, oder in Salz, Öl, Essig weiterverarbeiten. Oder, wie Ana und ich das am 24. Juli bei „Johanniskraut und die Sommerheilkräuter“ zeigen wollen, eine pflegende Salbe herstellen.

Damit wollen wir auch um 16 Uhr gleich beginnen, damit sie Zeit hat, während wir unseren Spaziergang machen, auszukühlen. Wenn wir zurückkommen, gibt es die Möglichkeit, aus einer Anzahl von wirksamen Pflanzen eine sommerliche, entspannende Teemischung nach eigenen Geschmacksvorlieben herzustellen. Mit dem Genuss einer grünen Gazpacho und einer frischen Limonadenvariation beschließen wir den Nachmittag.

Mehr erfahren über Termin, Kosten und Anmeldung

„Wald-Öl“

Im letzten Herbst, Ende Oktober, habe ich an einem schönen und trockenen Tag im Wald Fichtenzapfen und -nadeln, sowie Douglasiennadeln gesammelt. Rosmarinzweige hatte ich aus dem Garten und alles zusammen kam in ein Glas mit Olivenöl. Da ruhte es bis vor ein paar Tagen und ich hatte vor, dieses Öl zur Gelenkmassage zu verwenden. Ich siebte also ab und der Geruch nach „Wald“ war so deutlich und angenehm, und mir lief dermaßen das Wasser im Mund zusammen, dass ich jetzt beschlossen habe, diese Flasche nicht ins Bad sondern in die Küche zu stellen. Es wird sehr bald Pasta mit Pilzen, Möhren und Waldöl geben…

Das ist übrigens der Vorteil, wenn man dem Grundsatz folgt, Körperpflege nur mit Komponenten zu verwenden, die man auch essen könnte. Normalerweise ist damit die völlige Abwesenheit von Konservierungsstoffen, synth. Farbstoffen etc. gemeint. Aber hier ist mal so: ich pflege quasi meine Gelenke von innen!

Anmerkung: zur Nachahmung nur empfohlen, wenn man sicher ist, keine giftige Eibe vor sich zu haben!