Mariä Himmelfahrt – 15. August 2018

Der 15. August ist ein Tag, auf den sich Kräuterfrauen freuen, bezeichnet er doch den Beginn der „Frauendreißiger“, des Zeitraums, in dem traditionell die Kräuter geerntet werden, die für Heilzwecke verwendet werden sollen. In einem durchschnittlichen Jahr ist erst ab diesem Zeitpunkt damit zu rechnen, dass die blühenden Kräuter die erwünschte Kraft, Energie und heilsamen Stoffe entwickelt haben, um den Menschen und Hoftieren hilfreich zu sein.

Sehr alter Brauch

Um diesen Tag gebührend zu begehen, werden in manchen Gegenden, vorwiegend im Alpenraum, sogenannte „Kräuterbuschen“ gebunden, also große Sträuße, die das, was die Natur uns an heilsamen Pflanzen schenken kann, repräsentieren. Dieser Brauch ist viel älter, als christliches Brauchtum das vermuten lässt, da die Zahl der Pflanzen im Buschen  „magisch“ sein soll: ein Vielfaches von 3 oder 7 verschiedenen Arten und Exemplaren, also zum Beispiel jeweils drei Stiele von 7 oder 14 Arten werden in einem runden Strauß um eine Mittelpflanze, etwa eine Königskerze gebunden.

Die Magie nicht vergessen

Oft wird beschrieben, der Strauß oder Buschen diene als Hausapotheke. Das glaube ich nicht. Wenn auch die Sträuße oft groß ausfallen, reichen die Pflanzen nicht über einen Winter. Ganz zu schweigen davon, dass offen in der Stube verwahrte Kräuter ihre Wirkung einbüßen. Außerdem darf man die Magie nicht vergessen. Jede Entnahme würde die so wichtige Ordnung stören. Meiner Ansicht nach wurde von diesen Buschen lediglich bei lebensbedrohlichen Situationen, wie schwere Stürme und Gewitter, Seuchen unter Vieh und Menschen, davon „geopfert“, vermutlich durch Verräuchern oder Verbrennen im Herdfeuer.

2018 ist kein durchschnittliches Jahr

Dieses Jahr jedoch ist kein durchschnittliches Jahr. Die hohen Temperaturen der letzten Wochen haben dazu geführt, dass viele Heilpflanzen ihre beste Zeit schon hinter sich haben. Ein Strauß, den wir heute schneiden, wird vermutlich klein ausfallen. Schafgarbe und Wilde Möhre werden sicher dabei sein. Ihnen scheint die Hitze wenig anhaben zu können. Das klare Blau der Wegwarte leuchtet über den braunen Wiesen. Goldrute, ein paar Zweige vom Weißdorn, vielleicht.

Ana und ich werden uns heute Nachmittag auf den Weg machen.

[Mehr zum Thema bietet u. a. der Bayerische Rundfunk]

Kräuterlimonade

Die Zutaten für die KräuterlimonadeDas hier abgebildete „Gewirr“ ist für die Kräuterlimonade geschmacksgebend.
„Ich habe über Nacht in Wasser Holunderblüten, Steinklee, Frauenmantel, roten und weißen Klee, Giersch, Minze, Zitronenthymian, Zitronenverbene, Zitronenmelisse, Fenchelkraut,Kamille und ein paar Lavendel – und Rosenblüten ziehen lassen. Etwa 50 g Zucker und saubere Bio-Zitronen in Scheiben kommen auch noch dazu. Vor dem Servieren Apfelsaft in die Mischung geben. Wer es süß braucht, gibt noch passenden Sirup hinzu.“ (Renate Hecht, Juni 2017)


Brennnessel-Lauch-Quiche

Zutaten für 4 Personen:

400g Brennnesel
400g Lauch
250g Dinkelmehl
120g weiche Butter
Salz
1 Ei
Pfeffer
200g Creme fraîche
50ml Sahne
200g Bergkäse

Mehl, Butter, 1 Prise Salz, das Ei und 4 EL Wasser zu einem Teig verarbeiten.
Eine Form mit dem Teig auslegen und 1 Stunde kalt stellen.
Die Brennneseln und den geschnittenen, geputzten Lauch circa 5 Minuten
dünsten und abkühlen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Brennnesel-Lauchmasse auf dem Teigboden verteilen.
Creme fraîche mit der Sahne und dem geriebenen Käse verquirlen; mit Salz und Pfeffer abschmecken, auf der Brennnesel-Lauchmasse verteilen.

Die Quiche im heißen Ofen bei 200 Grad 40 Minuten backen, bis sie gebräunt ist.  Mit Blüten dekorieren.


 

Wie schmeckt der Sommer? – Gesammelte Eindrücke

Birnen-Lavendel-Kuchen

Vorarbeiten:
Birnen, wenn sie noch sehr hart sind, einige Stunden vor dem Backen geschält und zerteilt in Apfelsaft bei sanfter Hitze garziehen lassen. 2 Beutelchen mit Lavendelblüten (z.B. Beruhigungstee) in den Sud geben. Immer wieder prüfen, damit die Früchte nicht zu  weich werden. Im Sud erkalten lassen.

Teig (für ein Blech):
450g Mehl (Weizen und Dinkel mischen), 2,5 Teel. Backpulver, 200g Zucker, 1 Prise Salz auf der Arbeitsfläche mischen, 250g Butter darauf zerhacken, 2 Eier (mittel) darüber geben und mit einem großen Messer durchhacken, dann zügig zum Teig zusammenkneten und kühlen. Ofen auf ca. 200°C einschalten, Blech fetten und mehlen. Birnen aus dem Sud nehmen und abtropfen lassen.

 

 

Guss:
70g Butter mit ca. 250ml Sahne, 2Essl. Mehl, ½ Teel. Backpulver und 150g Zucker in einem Topf unter Rühren erhitzen. Wenn die Mischung sämig wird, vom Herd nehmen und mit den Beutelchen aus dem Sud zum Abkühlen beiseite stellen. Wenn der Guss nur noch „fingerwarm“ ist, die Beutelchen rausnehmen und zwei kleine Eier kräftig unterschlagen.
Teig ausrollen, auf das Blech legen, die Birnen darauf anordnen, Guss vorsichtig darüber geben und etwa 25 Minuten backen.

 

Wer noch etwas mehr Lavendelgeschmack möchte, kann 10 Minuten vor dem Ende der Backzeit Lavendelzucker, aus den Beutelchen und 2 Essl. Zucker gemischt, über den Kuchen streuen.