Wie schmeckt der Sommer?

Jetzt wissen wir`s: Er schmeckt nach einer warmen Quiche mit grünem Spargel aus der Hand, ofenwarmen Brötchen mit Kräuter- und Blütenbutter, Spargel und neuen Kartoffeln, urig gegart im gusseisernen Topf in einem Heusud, dazu würzige Pilze in feiner Brühe und einem Nachtisch mit frischen Erdbeeren und Creme mit Vogelmiere, dazu eine Limonade aus Garten- und Wiesenkräutern. Und diesmal passte das Wetter zum Thema, es war so richtig sommerlich!

Nach unserer Wildkräuter-Runde durch die Steinheimer Streuobstwiesen mit herrlichem Ausblick freuten sich alle über die angenehmen Temperaturen im Schatten unter den hohen Sträuchern des Nabu-Zentrums „Alter Bahnhof“ in Trais-Horloff. Das Menü wurde in Teamarbeit vollendet und gemeinsam genossen.

Das „grassgrüne“ Picknick

Das hatten auch wir uns anders vorgestellt! Aber nachdem im April das schöne Maiwetter schon „aufgebraucht“ war, blieb für den Mai nur aprilhaftes Wetter übrig.

Aus dem Picknick bei milden Temperaturen auf dem Grasser Hügel wurde eine Wanderung in Gummistiefeln und Regenjacke mit anschließendem Imbiss im gut vorgeheizten Nabu-Zentrum „Alter Bahnhof“ in  Trais-Horloff. Die Stimmung war bestens, ein Storch kam uns quasi entgegen, als er auf der Wiese direkt an unserem Weg nach Futter suchte, und viele unserer heimischen Wildkräuter konnten vorgestellt werden.

Schon während unseres Gangs probierten wir frische Blüten und Blättchen von Sträuchern( es war ja alles gut gewaschen) und nach unserem Wechsel ins Trockene gab es Köstlichkeiten verschiedenster Art: Quiche mit Bärlauchblüten (das Rezept finden Sie hier), Kräuterbutter, Spargelbutter, Wildkräuterquark zur Rohkost, Oliven, Lauchsalat… und zum Nachtisch noch Rhabarber-Apfelkuchen mit Zimt-Sahne.

Der Ausklang war gemütlich und ganz zum Schluss konnten wir aus den Fenstern gegen Westen hin noch ein bezauberndes Abendrot am Himmel bewundern.

 


Wir und das Wetter

Wenn wir uns eine Veranstaltungsangebot überlegen und planen, stellen wir natürlich nicht nur inhaltliche Überlegungen an. Wir spekulieren auch, ob das Wetter passen könnte. Manchmal tut es das tatsächlich, ein Glücksgriff, wenn es weder zu heiß noch zu kalt ist und die Pflanzen, die wir zeigen möchten, auch wirklich gerade blühen. Manchmal liegen wir daneben.

Das Wetter ist nicht planbar. Das war im Sommer 2018 ganz deutlich und auch dieses Jahr ist das so. Um Ostern herum war es sehr warm, ein neues Hitzeszenario wurde  in den Medien schon ein Thema, danach im Mai deutlich kühler mit viel Niederschlag. Darüber sollten wir uns eigentlich freuen, wir jedenfalls tun es auch, aber wir kassieren auch Absagen, weil es regnet.

Einerseits verständlich, aber andererseits können wir euch versichern, dass wir immer versuchen, einen Plan B zu entwickeln. Bei starkem Regen suchen wir „trockene“ Lösungen für das Essen, bei Hitze schauen wir, ob wir die Tour mehr in den Schatten legen können. Und als Teilnehmer/in kann man ja auch selbst für sich sorgen und sich entsprechend ausstatten.

Ins „Wasser“ fallen unsere Touren nur bei Gewitter und Sturm. Und wie sagte eine Teilnehmerin an der verregneten „Grüne Neune“ Tour: „Wann wird man schon mal sooo nass? Das erlebt man ja gar nicht mehr wirklich…“. Sehen wir auch so.

Na klar, wir gehen auch bei diesem Wetter los!

Zugegeben, auch wir hatten uns „die Grüne Neune“ anders vorgestellt: Ein Spaziergang mit Kräuterbegeisterten unter blühenden Obstbäumen, danach draußen kochen und essen am Feuer…

Das Wetter hatte anderes zu bieten. Wir besprachen nach der Begrüßung im gut geheizten Seminarraum im Nabu-Zentrum „Alter Bahnhof“ erst die Lage und dann ging es trotz Nieselregen (in Fahrgemeinschaften) zum Kaltenrain in Steinheim. Wir streiften durch die Wiesen dort und fanden alles, was für den letzten Pfiff in der 9-Kräuter-Suppe und der „Grie Soß“ mit Wildkräutern noch nötig war.

Die Zeit vergeht beim Sammeln immer besonders schnell und man achtet nicht so sehr auf die Umgebung. So kam es, dass die meisten von einem kräftigen Schauer so richtig „abgeduscht“ wurden. Schnell zurück ins Warme!

Die Aufgaben wurden verteilt: Kräuter sortieren, klein schneiden, Eier schälen, Waffeln für den Nachtisch backen, Kartoffeln nicht anbrennen lassen…es herrschte fröhliche Arbeitsatmosphäre.

Und dann kam unser Menü auf den Tisch: Suppe mit vielen Kräutern (die magischen 9 Sorten), danach Kartoffeln und Grüne Sauce, Baguette und Kräuterbutter, Belgische Waffeln mit Rhabarber-Kompott… Und auch beim Abwasch und Aufräumen ließen unsere Gäste uns nicht hängen. – Vielen Dank!
Renate Hecht

Baumschnitt-Menü

Die erste Aktion des Jahres für jeden Gartenbesitzer ist im späten Winter der Schnitt der Obstbäume. Da unser NABU eigene Bäume auf Streuobstwiesen hat, ist diese Pflegemaßnahme ein fester Termin für alle.

Bei allerbestem Wetter haben wir zum ersten Schnitttermin das Menü beigesteuert: reichhaltige Suppe mit Brot und zum Nachtisch eine Nuss-Quittentorte mit Sahne und natürlich reichlich Kaffee dazu.


Blütenplätzchen

Teig:
Abrieb einer Orange,
80g Butter,
80g Puderzucker,
1 Ei,
1 EL Limoncello,
150g Mehl.

Glasur:
150g Puderzucker,
3 EL Limoncello,
Abrieb einer Orange,
Blüten zum Bestreuen.

Für den Teig Orangenabrieb mit Puderzucker, Ei, Butter, Limoncello und Mehl zu einem Teig verarbeiten.

Abgedeckt 30 Minuten kalt stellen. Teig auf bemehlter Arbeitsfläche ausrollen und 5cm lange und 3cm breite Stangen schneiden. Die Stangen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.

Im vorgeheizten Backofen mit Umluft 170 Grad 10 Minuten backen und auskühlen lassen.

Für die Glasur Puderzucker, Limoncello und Orangenschale verrühren, die Plätzchen damit bestreichen und mit den getrockneten Blüten bestreuen.